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Liebe Kundinnen und liebe Kunden, 

vom 23.12.19 bis zum 1.1.20 bleibt Sapodoris geschlossen. Es findet in dieser Zeit kein Versand und nur eingeschränkt Beratung statt. Der Shop ist natürlich an diesen Tagen trotzdem erreichbar! Ich wünsche Ihnen allen ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute für 2020!

Aktuell gibt es leider ein paar Engpässe im Warenbestand (wird jeweils angezeigt und ist dann auch momentan nicht bestellbar). Es ist vor Weihnachten logistisch einfach sehr schwierig, sämtliche Produkte in ausreichenden Mengen durchgängig vorrätig zu haben. Ich bitte vielmals um Entschuldigung! Bestellbar sind aber alle auch aktuell geräumten Produkte wieder ab dem 16.12. und ausgeliefert wird spätestens am 18.12.. 

 

 

 

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Viele Pferde, besonders Pferde mit üppigem Kötenbehang wie z.B. Tinker, Friesen, Shire Horses usw leiden immer wieder unter Mauke und Raspe. Vieles wird zur Behandlung ausprobiert - manches hilft besser und manches schlechter und bei jedem Pferd ist das auch noch unterschiedlich.

Der Leidensdruck ist teilweise sehr hoch, denn die immer wiederkehrenden Behandlungen kosten Zeit, Geld und Nerven. Und das Pferd leidet. Mauke (und auch Raspe) kann so schmerzhaft werden, dass betroffene Pferde niemanden mehr zur Behandlung an ihre Beine heran lassen. Mauke ist also nicht immer nur eine Lappalie, die man mit ein wenig Pflege schnell wieder in den Griff bekommt - Mauke kann oft genug auch eine langwierige, schmerzhafte Angelegenheit sein. Und ich empfehle Ihnen hier sicher nicht DAS eine Produkt, mit dem Sie die Mauke auf jeden Fall in den Griff bekommen. Denn das wäre auch schlicht gelogen. So einfach ist es nicht!

Was ist Mauke / Raspe überhaupt?

intro imageMauke beim Tinker! Man sieht die gerötete und geschwollene Haut und die typischen Maukekrusten.Der Begriff Mauke sagt zunächst einmal nur aus, dass es sich um eine Hauterkrankungen in der Fesselbeuge handelt. Es gibt nicht den einen Maukeerreger und auch Erscheinungsbilder und Ursachen von Mauke sind vielfältig. Häufig hat man es mit Mischinfektionen zu tun. Oft beginnt Mauke zunächst mit leichten Hautrötungen. Die Haut ist manchmal leicht geschwollen. Diese Symptome werden bei Pferden mit viel Fesselbehang noch gar nicht bemerkt. In Folge entstehen manchmal schmierige Beläge, manchmal sieht man eher verkrustetes Sekret, manchmal auch blutige Stellen. Dann bilden sich Krusten, die in einigen Fällen so trocken, hart und dick werden, dass sie immer wieder bei Bewegung aufreißen, wodurch es zu blutigen Wunden kommt. In wieder anderen Fällen bilden sich kaum Krusten, der Belag bleibt schmierig und riecht sehr unangenehm. Im fortgeschrittenen Stadium verdickt die Haut immer mehr, es bilden sich Wülste und warzenartige Gewebewucherungen. (Quellen: Hauterkrankung bei Pferden, Vetpraxis Spezial und Equinevetinfo)

 

schuppenbildungTypische Schuppenbildung an einer Raspestelle. In diesem Fall sieht die Haut darunter aber aber sehr gut aus. Schnell können jedoch unter solchen Raspestellen auch Entzündungen entstehen.Als Raspe bezeichnet man eine starke Schuppenbildung an der Rückseite des Vorderfußwurzelgelenks. Aus diesen Schuppen können sich nach und nach dicke, plattenartige Krusten bilden. Bei starker Raspe kommt es zu extrem schmerzhaften, offenen, entzündlichen Hautstellen. Ursachen und Behandlung von Mauke und Raspe sind ähnlich. Auch gehen beide Krankheitsbilder oft ineinander über und man findet am ganzen Röhrbein verteilt kleine offene oder krustige Stellen, die manchmal als Raspe und manchmal als Mauke bezeichnet werden. Erfahrungsgemäß ist jedoch Raspe deutlich schwerer zu bekämpfen als Mauke und wird sehr, sehr schnell chronisch. Im akuten Stadium ist Raspe offenbar schmerzhafter als Mauke. 

In der Schulmedizin geht man in erster Linie davon aus, dass Mauke / Raspe durch mechanische Verletzungen entsteht. Durch kleine Verletzungen dringen Erreger in die Haut ein und führen so zu entzündlichen Reaktionen der Haut. Diese kleinen Verletzungen können unterschiedliche Ursachen haben: Scharfkörniger Sand auf dem Reitplatz oder Paddock, bestimmte Pflanzen auf der Weide, verschiedene Chemikalien, zu häufiges Waschen (besonders mit aggressiven bzw. stark entfettenden Mitteln), falsch angelegte Bandagen oder Gamaschen und vor allem Parasiten wie Milben können diese oft noch nicht einmal sichtbaren Verletzungen der obersten Hautschicht verursachen.

Ist die Haut des Pferdes durch ständiges Stehen auf nassem, matschigem Untergrund auch noch aufgeweicht und geschwächt, kommt es natürlich sehr viel schneller zu solch kleinen Verletzungen. Auch eine Photosensibilität (hervorgerufen durch bestimmte Pflanzen oder auch durch Leberprobleme) kann zu solchen Hautschädigungen führen, dass Krankheitserreger eindringen können.

Schulmedizinisch wird vor allem mit desinfizierenden und / oder antibiotisch wirkenden Mitteln bei der Behandlung von Mauke gearbeitet um die eingedrungenen Erreger zu bekämpfen.
(Quellen: Hauterkrankung bei Pferden, Vetpraxis Spezial, Equinevetinfo, eigene Erfahrungen)

untergrundHäufig liest man, dass es sich bei Mauke vor allem um Hygieneprobleme handeln würde. Tatsächlich ist ein nasser, matschiger, unsauberer Untergrund sehr ungünstig für Pferde, die zu Mauke neigen. Jedoch führt ein nasser Auslauf alleine nicht unbedingt zu Mauke. Oft braucht es dafür noch weitere Faktoren. Ich kenne sogar Pferde, die im Sommer bei Trockenheit unter Mauke leiden, im Winter bei Matsch jedoch keine Probleme haben. Mauke ist also kein ausschließliches Hygieneproblem, sondern kann auch unter sehr sauberen, trockenen Bedingungen ausbrechen. Schon betroffene Pferde sollten jedoch auf jeden Fall besser trocken und sauber stehen, damit es nicht durch div. Keime im Matsch zu heftigen Entzündungen kommt. (Quellen: Equinevetinfo, verschiedene andere Seiten über Mauke im www)

In der alternativen Tiermedizin geht man häufig davon aus, dass die Entgiftungsorgane des Pferdes überlastet sind, darum über die Haut entgiftet wird und es so zu diesen Hautproblemen kommt. In der Regel wird also ein THP einem betroffenen Pferd zunächst eine "Entgiftungskur" verordnen.

Auch als Symptom für verschiedene Stoffwechselprobleme gilt Mauke und Raspe. So gibt es diverse umfangreiche Kuren, die den Stoffwechsel ins Lot bringen und das Problem beheben sollen.

Liest man in verschiedenen Internet-Foren, so wird als Ursache von Mauke und Raspe vor allem genannt, dass betroffene Pferde Müslis, allgemein Getreide, Mineralfutter, Möhren, Äpfel, zu viel Weidegang usw nicht vertragen. Hier wird also vielfach eine Überversorgung mit sehr protein- und / oder stärkehaltigen Futtermitteln der Pferde als Ursache für Mauke und Raspe gesehen und es wird empfohlen: Nichts füttern außer ausreichend Heu...

Zinkmangel wird vor allem in der Futtermittelwerbung häufig als Grund für wiederkehrende Mauke genannt. Hier werden dann also bei Mauke besonders zinkhaltige Zusatzfuttermittel angeboten.

Und was ist nun richtig?

All diese Ansätze können richtig sein - oder aber eben auch nicht. Und genau das macht die Behandlung so schwierig. Die Ursachen sind so vielfältig, dass es nicht DEN einen Weg zur zuverlässig erfolgreichen Mauke- und Raspebehandlung gibt. Im Internet findet man eine große Vielfalt an Behandlungsvorschlägen mit diversen Hausmitteln und viele Rezepte für verschiedenste Futterumstellungen. Man kann also eines nach dem anderen einfach ausprobieren und wenn man Glück hat, erwischt man recht schnell die für dieses Pferd passende Behandlung. Wenn man Pech hat, probiert man über Monate hinweg alles mögliche aus und nichts hilft. Das ist dann nicht nur teuer, das viel gravierendere Problem dabei ist: Mauke und Raspe werden schnell chronisch. Man verliert Zeit und die Haut wird immer stärker geschädigt, die Erreger dringen in tiefere Hautschichten vor, es kommt zu nicht mehr rückgängig zu machenden Hautveränderungen, die dazu führen, dass das Pferd künftig extrem anfällig bleibt.

Ich möchte Sie hier darum auch dringend bitten: Sollte sich eine Mauke unter Behandlung nicht recht schnell bessern, sprechen Sie mich gerne an! Ursachenforschung ist wichtig und oft findet man im Gespräch doch noch die eine oder andere mögliche Ursache.

Wie geht man also sinnvoll vor?

In sehr vielen Fällen reicht es aus, die Maukestellen 1 bis 2 mal mit Jodseife zu waschen, dabei die Krusten zu lösen und anschließend die Hautstellen mit Zinksalbe zu pflegen. Nach wenigen Tagen schon ist das Problem gelöst und taucht nicht wieder auf. Um diese einfachen Fälle geht es hier jedoch nicht. Hier geht es vielmehr um die Pferde, die immer wieder unter Mauke und Raspe leiden bzw. um die Pferde, bei denen eine Behandlung nicht so schnell anschlägt.

Neben einer effektiven Pflege von außen ist also immer zuerst die Ursachenforschung (und Behebung der Ursache) wichtig, damit die Behandlung überhaupt greifen kann.

Ursachenforschung und erstes Abstellen der Ursachen

In der Regel schicke ich meine Kunden als erstes zum Tierarzt. Dafür gibt es vor allem 3 Gründe:

  1. Bei entzündlichen Prozessen kann eine antibiotische Behandlung nötig sein.
  2. Es könnte ein Milbenbefall vorliegen, der tierärztlich behandelt werden sollte.
  3. Wenn der TA gerade da ist, sollte er auch gleich Blut abnehmen. Das ist wichtig zur Ursachenforschung und später für eine bessere Vorsorge.

Möglicher Milbenbefall

milbenbefallMilbenfall kann unschöne Folgen haben! Wegen Bildern wie diesem dränge ich so auf konsequente Milbenbehandlung!Eine der Hauptursachen für Mauke / Raspe bei Pferden mit viel Kötenbehang ist Milbenbefall. Milben kann man mit bloßem Auge nicht erkennen, man sieht sie nur unter dem Mikroskop. Manchmal nimmt der TA bei entsprechendem Verdacht ein Hautgeschabsel, aber meistens wird eher aufgrund der Symptome behandelt, denn auch bei Milbenbefall lassen sich nicht in jedem Hautgeschabsel sicher Milben finden. Dazu sollte man im Hinterkopf behalten: In einer Untersuchung über Warzenmauke (Geburek 2002) wurden bei 60 % der betroffenen Pferde Milben gefunden. Die Wahrscheinlichkeit für einen Milbenbefall ist also hoch. Angaben darüber, in wieviel Prozent der anderen Maukefälle Milben beteiligt sind, gibt es nicht. Aber da zeigt es die Erfahrung...

Da nicht jeder TA häufig mit Milbenbefall konfrontiert wird, ist es oft sinnvoll, als Besitzer besonders gefährdeter Rassen (also z.B. Tinker, Friesen, Kaltblüter) den Tierarzt konkret auf einen möglichen Milbenbefall anzusprechen. Vor allem, wenn das Pferd unter starkem Juckreiz (Stampfen mit den Hinterbeinen, Scheuern an Gegenständen, Hinlegen zum Beknabbern der Beine) leidet, sollte man unbedingt an Milbenbefall denken. Kommen dann noch als Symptome schuppige Raspe und / oder über das ganze Bein verteilte kleine krustige, teilweise blutige Stellen dazu, dann kann man fast sicher sein, dass es sich um Milbenbefall handelt und man sollte unbedingt entsprechend behandeln. Beachten Sie hier bitte: Es gibt diverse unterschiedliche Milbenarten. Ein Milbenbefall ist also auch im Winter möglich, weil wir es gerade bei Pferden mit Kötenbehang nicht immer nur mit der Herbstgrasmilbe zu tun haben. Milben sind ganzjährig aktiv!

Und da beginnt nun schon das erste Problem... Es gibt zwar einige frei verkäufliche, sanfte Mittel, die man sehr gut bei leichtem Befall einsetzen kann. Einige davon finden Sie hier auch in meinem Shop. Ist jedoch der Befall sehr stark, reichen diese Mittel nicht immer aus. Außerdem muss man mit all diesen Mitteln sehr sorgfältig und konsequent arbeiten und darauf achten, wirklich alle betroffenen Hautregionen zu behandeln. Diese Mittel sind also bei beginnendem oder nur leichtem Befall sehr gut. Bei schon länger anhaltendem bzw. schwerem Befall sollte jedoch der TA behandeln. Hier gibt es nun ein weiteres Problem: Die gängigen Mittel, die dem TA zur Bekämpfung von Milben zur Verfügung stehen, sind alle eigentlich nicht für Pferde zugelassen. Zum Einsatz kommen üblicherweise Sebacil, Butox, Spot on-Präperate aus dem Hundebereich oder als Injektion Dectomax oder Moxidectin. Ich habe lange überlegt, ob ich zu diesen Mitteln hier etwas schreibe, denn etwas davon zu empfehlen, fällt nicht in meinen Bereich, sondern ist Aufgabe des Tierarztes. Er entscheidet über Behandlungsnotwendigkeit und Behandlungsmethode vor Ort. Trotzdem möchte ich einige gesammelte Erfahrungen mit diesen Mitteln als Hintergrundinformationen weitergeben.

  • Sebacil ist eine Waschlösung, die nur nach genauer Anleitung verdünnt eingesetzt werden darf. In den meisten Fällen wirkt Sebacil zuverlässig, aber leider nicht immer. Bei offenen Hautstellen sollte man Sebacil möglichst nicht verwenden. Zu beachten ist: Sebacil tötet nicht die Milbeneier ab. Eine Nachbehandlung, um die noch daraus schlüpfenden Larven zu erwischen, ist also unbedingt nach ca. 10 - 14 Tage nötig, bei starkem Befall empfiehlt sich häufig sogar eine 3. Behandlung.
  • Butox ist eine pour on-Suspension, die entlang der Rückenlinie aufgetragen wird. Das Mittel verteilt sich im Pferdekörper und wirkt von innen heraus. Der Erfolg ist sehr unterschiedlich: Einige Kunden erzählen von sehr guten Erfahrungen mit diesem Mittel, bei anderen hat es gar nicht gewirkt.
  • Die wohl umstrittenste (nach meinen Erfahrungen jedoch oft beste) Methode zur Milbenbekämpfung ist die Injektion von verschiedenen Entwurmungsmitteln. Wie jede Injektion beinhaltet sie natürlich gewisse Risiken. Und wie schon erwähnt: Zugelassen für Pferde sind diese Mittel nicht. Aber auch in „Hauterkrankungen bei Pferden – Vetpraxis Spezial“ (Schlütersche) wird der erfolgreiche Einsatz von Dectomax (Wirkstoff Doramectin) erwähnt, jedoch wird vor dem Einsatz der Ivermectin-Injektionslösung wegen erheblicher möglicher Komplikationen gewarnt. Schon aus diesem Grund ist es mir wichtig, auch über diese Dinge in diesem Artikel zu schreiben. WENN also gegen Milben gespritzt wird, sollte man Ivermectin besser meiden! Beachten sollte man bei der Dectomax-Spritze: Es ist keine Impfung (wie so häufig gesagt wird), hat also keine vorbeugende Wirkung. Darum muss man auch diese Behandlung nach ca. 10 - 14 Tagen wiederholen oder aber zu diesem Zeitpunkt intensiv von außen behandeln, um die in der Zwischenzeit aus den Eiern geschlüpften Larven auch noch zu bekämpfen. Alternativ wird manchmal auch Moxidectin als Injektion eingesetzt. Da dieses Produkt eine etwas längere Wirkungsdauer hat, braucht man hier nur einmal spritzen zu lassen. Welchen Wirkstoff der Tierarzt verwenden wird, hängt u.a. auch vom Entwurmungsmanagement ab. Denn diese Injektionen sind eigentlich Wurmkuren, die aber auch gegen Milben wirken. Als Paste ins Maul gegeben wirken diese Mittel jedoch meist nicht durchgreifend genug gegen Milben. Bei Pferden, die sehr häufig zu Milbenbefall neigen, kann es also sinnvoll sein, jeweils zum Entwurmungstermin auf einen möglichen Milbenbefall zu achten und gegebenenfalls statt der Paste ins Maul die Spritze geben zu lassen. Denn wenn man schon mit diesen Dingen arbeiten muss, dann soll es auch möglichst effektiv sein.

Wie oben schon erwähnt: Natürlich entscheidet über die Notwendigkeit der Behandlung der Tierarzt, dieses sind nur zusammengetragene Erfahrungsberichte. Und natürlich sind all diese Mittel nicht harmlos und müssen darum mit Bedacht eingesetzt werden. Aber ich sehe in meinen Beratungen immer wieder und wieder, wie schnell unbehandelter Milbenbefall zu heftigen Entzündungen, offenen, blutig aufgescheuerten Beinen und schwerwiegenden Hautveränderungen führen kann. Darum ist es in meinen Augen fahrlässig und absolut nicht im Sinne des Pferdes, bei Milbenbefall nicht (oder nicht ausreichend) zu reagieren. Wir alle nutzen wohl nicht gerne unnötig viel von solchen „härteren“ Mitteln. Aber es ist unsere Pflicht, dem Pferd schnell und effektiv zu helfen, um Schlimmeres zu verhindern und dem Pferd so viel unnötiges Leid zu ersparen.

Sehr häufig wird mir berichtet: "Milbenbehandlungen haben wir schon hinter uns, aber das hat alles nichts gebracht! Wir haben also damit aufgehört, bekommen aber den Juckreiz und die Mauke nicht in den Griff." Bei genaueren Rückfragen stoße ich immer wieder auf denselben Fehler: Die Milbenbekämpfung wird nicht konsequent genug angegangen! Bei einem schon jahrelang anhaltenden Befall muss über einen längeren Zeitraum regelmäßig und konsequent behandelt werden. Auch ist es wichtig, die Umgebung des Pferdes und alle Ausrüstungsgegenstände gründlich zu reinigen.

Mögliche Folgen von Milbenbefall

warzenmaukeWird Milbenbefall nicht behandelt, kommt es häufig zur Warzenmauke. Diese Pferde bleiben in Folge meist anfällig für erneuten Milbenbefall.Die harmloseste Folge von unzureichend behandeltem Milbenbefall ist, dass die Behandlung der Raspe- / Maukestellen nicht ausreichend anschlägt. Schwerwiegendere Folge ist jedoch, dass sich die Haut durch die ständige Reizung immer mehr verändert. Häufig führt darum nicht behandelter Milbenbefall zu Warzenmauke. Und Besitzer von betroffenen Pferden wissen aus leidlicher Erfahrung: Diese Pferde sind sehr anfällig für erneuten Milbenbefall. Ein unschöner Kreislauf!

Auch kann Milbenbefall unter bestimmten Bedingungen zu heftigen Entzündungen führen. Oft ist der Juckreiz so stark, dass die Pferde sich die Beine komplett bis oben hin aufscheuern. Eine Qual, die man keinem Pferd zumuten sollte! Das Foto oben ist bei weitem nicht das schlimmste, das ich bisher in meiner Beratungstätigkeit gesehen habe....

Beachten sollte man auch: Der ständige heftige Juckreiz ist für das Pferd ein derartig großer, dauerhafter Stressfaktor, dass der Stoffwechsel massiv leidet. Diese Tatsache wird in dem Bestreben, das Pferd nicht mit chemischen Stoffen zu belasten, gerne übersehen. Solch dauerhafter, ständiger Stress durch Milbenbefall belastet das Pferd jedoch deutlich mehr, als es eine konsequente Milbenbehandlung tun würde. Nach der erfolgten Milbenbehandlung kann man dann gerne Stoffwechsel und Immunsystem sinnvoll unterstützen. Dazu später mehr.


Blutuntersuchung

blutuntersuchungEin Teil des "Großen Screening Pferd" als BeispielBlutuntersuchungen halte ich in der Regel für recht sinnvoll bei Mauke und Raspe, weil ein Pferd, das zu häufigem Milbenbefall und /oder Maukeausbrüchen neigt, nicht selten auch noch unter anderen Problemen leidet. Eine Blutuntersuchung bietet oft zusätzliche Hinweise bei der Suche nach der eigentlichen Ursache einer immer wiederkehrenden oder besonders hartnäckigen Mauke. Allgemein spricht man davon, dass man ein „Großes Blutbild“ machen lässt. Streng genommen ist dieser Ausdruck falsch, aber die meisten TÄ wissen, was man meint, wenn man sagt: „Großes Blutbild incl. Organ- und Zink-, Eisen und Selenwerte“. Korrekter spricht man von einem großen Pferdeprofil. In manchen Laboren heißt es auch „Großes Screening + Blutbild“. In jedem Fall sollte man dazusagen, dass man Zink-, Eisen- und Selenwerte mit kontrollieren lassen möchte. Lassen Sie sich bitte unbedingt eine Kopie vom Ergebnis geben. Denn um zu schauen, wie man durch die Fütterung den Heilungsprozess optimal unterstützen kann, bietet das Ergebnis der Blutuntersuchung oft wichtige Hinweise.

Blutuntersuchungen werden im Internet sehr zwiespältig diskutiert. Besonders Stimmen aus der Alternativmedizin halten Blutuntersuchungen oft für überflüssig, weil es nur Momentaufnahmen seien, die nicht zeigen würden, was tatsächlich in den Zellen los sei. Das ist natürlich auf der einen Seite richtig. Trotzdem haben sich diese Untersuchungen einfach bewährt und geben immer wieder sehr wichtige Hinweise. In meiner Beratungstätigkeit sind mir schon so einige Pferde untergekommen, die wegen einer Mauke lange Zeit "entgiftet" wurden – aber die Mauke wurde nicht besser, weil das Pferd gar nicht nicht an Leberproblemen sondern an gravierendem Zinkmangel litt. Andersherum habe ich es häufig erlebt, dass Pferde über einen langen Zeitraum hochdosiert Zinkpräparate bekamen, jedoch lag gar kein Zinkmangel vor, sondern die Pferde litten unter erheblichen Leberproblemen, die dann sogar den jeweiligen Tierarzt schockierten. In wieder anderen Fällen schloss man sich der Theorie an: „Pferde mit Mauke dürfen nur Heu und Stroh bekommen und nichts anderes“. Und die Blutuntersuchung ergab verschiedene hochgradige Mängel... All diesen Pferden hätte man durch eine rechtzeitige Blutuntersuchung einen langen Leidensweg, der mit einer chronischen Mauke endete, womöglich ersparen können.

Aus diesen Gründen empfehle ich also: Rufen Sie besser frühzeitig den Tierarzt und lassen die oben aufgeführten Punkte (Ist eine antibiotischen Behandlung nötig? Liegt ein Milbenbefall vor? Wie ist das Ergebnis der Blutuntersuchung?) abchecken. Danach kann man umso gezielter an den Problemen arbeiten und kommt deutlich schneller an Ziel, als wenn man erst auf gut Glück herumprobiert. Man muss sich immer auch vor Augen halten: Je länger Mauke / Raspe anhält, umso größer die Gefahr, dass es zu nicht mehr rückgängig zu machenden Hautveränderungen kommt. Lieber einmal gründlich durchgreifen, als zu riskieren, dass die Mauke chronisch wird! Und bei all dem darf man natürlich auch die Verbesserungen der Haltungsbedingungen nicht vergessen.


Nach dem Tierarztbesuch

verheilte raspestelleSchon gut verheilte Raspestelle, die aber wegen der leichten Hautrötung noch ein wenig weiter gepflegt werden sollte.Im Idealfall ist die Behandlung schnell abgeschlossen, die Haut ist verheilt, alles ist wieder gut. Dieser Idealfall ist leider nicht die Regel. Aber wir können einiges dafür tun, den Heilungsprozess zu unterstützen.

Inzwischen liegt nun also hoffentlich das Ergebnis der Blutuntersuchung vor. Der Tierarzt hat mit Ihnen darüber gesprochen und Ihnen gesagt, was aus seiner Sicht behandlungsbedürftig ist. Schicken Sie mir gerne zusätzlich das Ergebnis und schreiben mir, wie das Pferd bisher gefüttert und gehalten wird. Benutzen Sie dafür gerne den Fragebogen zur Beratung.

Damit die Haut regenerieren kann und widerstandfähiger wird, ist eine gut angepasste Fütterung wichtig. Gerne helfe ich Ihnen dabei! Ich mag an dieser Stelle allerdings keine allgemeingültigen Fütterungsvorschläge geben, denn das muss jeweils individuell angepasst werden. Achten sollte man dabei nicht nur auf ausreichende Spurenelementversorgung. Auch ungesättigte Fettsäuren, hochwertige Aminosäuren, Vitamine, Antioxidantien und einiges andere mehr kann nötig sein für eine gute Hautregeneration. „Viel hilft viel“ ist hier zwar sicher nicht angebracht ist, aber zu wenig darf es auch nicht sein, denn für den Zellaufbau zur Heilung sind natürlich allerhand Nährstoffe notwendig.

Ganz wichtig ist es, sich bei hartnäckiger Mauke auch mit dem Thema "Magenprobleme" zu beschäftigen. Denn mit Magenproblemen gehen häufig (durch die schlechtere Nährstoffverwertung) auch Hautprobleme einher. Mir sind viele Fälle bekannt, in denen während einer erfolgreichen Magengeschwürbehandlung auch die Mauke spontan abheilte. Zum Thema Magenprobleme lesen Sie bitte gerne den Artikel "Mein Pferd hat doch kein Magenproblem?".


Pflege von außen

fesselbehangBei so üppigem Fesselbehang kann es oft nötig sein, zumindest die Haare an der betroffenen Stelle zu kürzen. Steht ein solches Pferd jedoch im Matsch, kann der Behang aber auch vor Schmutz schützen. Man muss abwägen und beobachten.Da es sehr unterschiedlich ist, was der Tierarzt Ihnen zur Pflege der Mauke- / Raspestellen gibt und auch wie gut oder weniger gut das anschlägt, lasse ich diese Dinge nun einfach komplett außen vor und beschränke meine Pflegeempfehlungen vorwiegend auf meine eigenen Produkte. Noch einmal möchte ich an dieser Stelle aber betonen: Stark entzündliche Hauterkrankungen gehören auf jeden Fall in tierärztliche Behandlung!

Typischerweise wird Mauke / Raspe erst entdeckt, wenn sich schon Krusten gebildet haben. Und so gehe ich im Folgenden also von der Pflege einer trockenen, krustigen Mauke oder Raspe aus. Als erstes stellt sich oft die grundsätzliche Frage:

Soll man von Mauke / Raspe betroffene Beine scheren?

Vom Scheren auf wirklich kurze Haarlänge rate ich ab, denn die nachwachsenden Haare reizen dann die sehr empfindliche Haut zusätzlich. Aber das Kürzen der Haare (zumindest an den betroffenen Hautstellen) auf ca. 2 - 3 cm bringt in der Regel recht gute Erfolge. So kann man die Stelle besser behandeln und sauber halten. Und es ist sicher auch nicht schlecht, wenn endlich einmal Luft an die Haut kommt! Wenn das Pferd immer wieder unter Milbenbefall leidet, ist das Kürzen des Behangs eine große Erleichterung, denn die Milben fühlen sich unter dem dichten, langen Fesselbehang der Tinker, Friesen und Kaltblüter besonders wohl. Und auch künftige Milbenbehandlungen mit sanfteren Mitteln lassen sich bei kürzerer Haarlänge leichter durchführen.

Obwohl das Kürzen also einige Vorteile bietet, ist es sicher nicht in jedem Fall nötig. Ich mag also weder sagen: „Man muss immer kürzen“, noch mag ich sagen, dass man das nie tun darf. Man muss immer individuell entschieden. Wichtig ist, dass man alle betroffenen Stellen gut im Blick hat und dass das Behandeln und Sauberhalten gut möglich ist.

krustenloesenZum Krustenlösen bieten sich Bäder in warmer Seifenlauge an.Nun endlich geht es konkret um die Pflege von trockenen Mauke- / Raspestellen (zur nässenden Mauke komme ich später):

1. Krusten lösen

Dieser Schritt galt lange als sehr wichtig, denn unter den Krusten vermehren sich Keime und verschlimmern die Mauke / Raspe immer mehr. Außerdem reißt bei Bewegung die Haut zusammen mit den trockenen Krusten leicht auf, es kommt zu blutigen Rissen und die Erreger dringen schnell in tiefere Hautschichten vor. Inzwischen muss ich die Aussage "die Krusten müssen runter" einschränken. Lange Zeit wurde es so gehandhabt, aber man kann immer mal wieder beobachten, dass diese Maßnahme nicht immer gut ist. Hat man also den Eindruck, die Mauke verbreitet sich durch das Lösen der Krusten umso mehr, entfernt man nur die Krusten, die durch die Desinfektion abfallen und versucht NICHT, das Lösen der Krusten in irgendeiner Form zu beschleunigen. In solchen Fällen sprechen Sie mich gerne an, da gibt es erste vielversprechende Erfolge mit einem Mittel, das ich auch erst kürzlich kennenlernte...

Auf keinen Fall darf man die Krusten einfach abpuhlen, denn reißt man die festsitzenden Krusten ab, ist es nicht nur für das Pferd sehr schmerzhaft, sondern man schädigt damit wiederum die Haut. Das muss unbedingt vermieden werden. Man sollte im Bedarfsfall also die Krusten gut einweichen, um sie ablösen zu können. Dazu haben sich Bäder in handwarmer Seifenlauge (bitte keine echte Kernseife verwenden, sondern milde handgemachte Naturseifen). Bei schmierigen Belägen, leichteren Krusten und bei Raspe bietet sich eher die Kräuter-Waschlotion an.

Wichtig in allen Fällen ist: Trocknen Sie die Hautstelle anschließend sorgfältig und sanft ab. Bei starken Krusten kann es nötig sein, diesen Prozess an mehreren Tagen hintereinander zu wiederholen. Achten Sie aber darauf, die Haut nicht zu sehr aufzuweichen! 

Bei sehr harten Krusten wird das Einweichen mit Seifenlauge eventuell nicht ausreichen und manchmal ist das Waschen gerade auch nicht möglich oder sinnvoll. So kann man alternativ oder zusätzlich die Krusten mit Öl oder Salbe aufweichen. Dazu haben sich das Maukeöl und die Maukesalbe bewährt. Geeignet sind auch verschiedene Öle, angemischt mit Schwefelblüte. Beachten sollte man jedoch dabei, dass Schwefel keratolytisch wirkt. Das heißt, es wirkt hornhautauflösend und hautschälend. Dieser Effekt ist zum Lösen der Krusten erwünscht, jedoch behindert ein zu langer und häufiger Einsatz von Schwefel möglicherweise die Heilung etwas.

geroetete raspestelleStark gerötete Haut an einer Raspestelle. Man sieht auch kleine Risse. Hier war die Haut durch zu viel Pflege mit einer Zinkpaste zu trocken geworden und es kam es zum Rückfall.2. Desinfektion

Nach dem Lösen der Krusten ist eine sorgfältige Desinfektion (bei schon stärkeren Infektionen muss hier der Tierarzt zu Rate gezogen werden!) wichtig, um heftige Entzündungen zu vermeiden. Sehr gut bewährt haben sich Produkte mit dem Wirkstoff Polihexanid (z.B. Prontosan Wundspüllösung und auch das Prontosan Wundgel aus der Apotheke). Diese Produkte desinfizieren effektiv und sind dabei sehr hautfreundlich und fördern zusätzlich die Heilung. 

3. Hautpflege bei noch leicht geröteter Haut nach dem Krustenlösen

Bei etwas offenen Hautstellen (kleine Risse, kleine blutige Stellen, gerötete Haut) verwenden Sie gerne im Anschluss an die Desinfektion die Hautwohl-Creme, die besonders heilungsfördernde und beruhigende Zutaten enthält. Lässt es sich nun nicht vermeiden, dass das Pferd zeitweise auf nassem oder gar matschigem Untergrund steht, sollte man betroffene Stellen evtl. zusätzlich mit einer Zinksalbe (Apotheke oder Drogerie) vor Nässe schützen.

WICHTIG: Beobachten Sie die betroffenen Hautstellen sehr gut! Die Haut sollte trocken und sauber, aber geschmeidig gehalten werden. So ist es manchmal nötig, zwischen den Produkte zu wechseln.

4. Weitere Pflege

Ist die Haut nun nicht mehr gerötet, sollte gut darauf geachtet werden, sie geschmeidig zu halten. Empfehlenswert ist dazu die Pflege mit der Sapodoris Stärkt-die-Haut-Lotion, um der Haut zu mehr Widerstandsfähigkeit zu verhelfen. Diese Lotion enthält weniger heilungsfördende Zutaten, vielmehr sind darin Rohstoffe enthalten, die helfen sollen, den geschädigten Barriereschutz der Haut wieder aufzubauen.


Nässende Mauke

mauke nassMit nässender Mauke ist die Mauke gemeint, bei der sich keine (oder kaum) Krusten bilden. Es bleibt bei schmierigen, stinkenden, feuchten Belägen. Hier muss man anders vorgehen als bei der trockenen Mauke. Fette und Öle sollte man auf solche Stelle nicht auftragen. Geeignet sind eher wässrige Tinkturen oder sehr leichte Lotionen mit nicht zu hohem Fettgehalt. Generell gilt bei solch nässender Mauke die Regel aus der Kräuterheilkunde „nass auf nass“. Man darf sich also nicht verführen lassen, die nässenden (nässend meint übrigens nicht blutend, sondern das starke Absondern von Wundsekret) Stellen z.B. mit Heilerde austrocknen zu wollen. Denn dabei besteht die Gefahr, dass das Maukesekret und die Heilerde fest auf der Haut verkleben und die Haut beim Austrocknen aufreißt. 

Bewährt zur Reinigung hat sich die Kräuter-Waschlotion, die ich ursprünglich speziell zu diesem Zweck entwickelt hatte. Nach dem Entfernen der schmierigen Beläge ist die Desinfektion (wie schon bei der trockenen Mauke beschrieben) mit den Prontosan-Produkten (aus der Apotheke) ganz besonders wichtig. Später kann man Sapodoris Hautwohl und / oder Stärkt-die-Haut-Lotion weiterpflegen.

Auch Waschungen mit einem Sud aus Lavendel, Eichenrinde, Cistrose und / oder Hamamelis kann man gerne probieren.

Bei der nässenden Mauke gilt ebenfalls: Nach dem kompletten Abheilen pflegen Sie die Haut gerne vorbeugend mit Sapodoris Stärkt-die-Haut-Lotion.

Was kann ich tun, um Mauke / Raspe künftig zu verhindern?

juckreizVorsorglich sollte man künftig sehr achtsam sein, wenn das Pferd erneut unter Juckreiz leidet.Leider muss ich an dieser Stelle sagen: Es gibt zwar vieles, das man tun kann und sollte – eine Garantie, dass es nicht zum Rückfall kommt, gibt es jedoch nicht. Denn im vorhergehenden Text habe ich ja schon mehrfach erwähnt: Mauke und Raspe werden leicht chronisch und einmal betroffene Pferde bleiben durch die entstandenen Hautveränderungen häufig anfällig. Gerade weil das so ist, sollte man künftig einiges zu beachten:

  • Pferde, die immer wieder von Mauke / Raspe betroffen sind, leiden häufig an einem geschwächten Immunsystem. Wichtig ist, die ausreichende Nährstoffversorgung zu kontrollieren, immer wieder auf einen eventuellen Milbenbefall und ganz besonders auch auf mögliche Stressfaktoren zu achten. Denn Stress schwächt das Immunsystem, verursacht Magenprobleme und beeinträchtigt den Stoffwechsel. Beschäftigen Sie sich darum als Halter eines betroffenen Pferdes intensiv mit diesem Thema und lassen den Gedanken zu, dass vielleicht auch Ihr so cool wirkender Tinker oft Stress hat – diesen aber vielleicht nur nicht so offen nach außen trägt, wie es z.B. ein Araber tun würde. Besonders, wenn Ihr Pferd zusätzlich immer wieder einmal unter Kotwasser leidet (als Hauptauslöser für Kotwasser stellte sich in div. Untersuchungen immer wieder Stress heraus), sollten Sie sich intensiv mit dem Thema "Stress bei Pferden" auseinandersetzen. Dazu empfehle ich Ihnen vor allem auch die Bücher und Artikel von Marlitt Wendt.
  • Überprüfen Sie die die grundsätzliche Fütterung. Lesen Sie dazu gerne hier: "Pferdegerechte Fütterung" und hier "Was steckt im Heu?"
  • Häufig liest man, zu hohe Eiweißgehalte im Futter würden Mauke begünstigen. So wird bei betroffenen Pferden oft auf eine besonders eiweißarme Fütterung geachtet und man bringt die Pferde in einen gefährlichen Mangel. Der Körper braucht zum Zellaufbau (also auch zur Hautregeneration) bestimmte Aminosäuren. Achten Sie darum auf ausreichende Eiweißversorgung. Um festzustellen, wie es um die Eiweißversorgung Ihres Pferdes bestellt ist, empfiehlt sich eine entsprechende Heuanalyse. Gerade bei sehr spät geerntetem Heu kommt es doch recht häufig zu Engpässen und man sollte außerhalb der Weidesaison in solchen Fällen mit hochwertigen Aminosäuren ergänzen (z.B. Sapodoris DerMino ).
  • Für die Zufuhr der wichtigen ungesättigten Fettsäuren kann man gerne ab und zu verschiedene Samen (z.B. Leinsamen, Schwarzkümmelsamen, Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, Chiasamen) geben. Ich ziehe das Verfüttern der Samen gegenüber der Ölfütterung vor, weil die Samen auch viele wertvolle Fettbegleitstoffe enthalten.
  • Viele Pferde, die unter Mauke und Raspe leiden, haben auch immer wieder Probleme mit Kotwasser und / oder Durchfall. Bei Störungen in der Verdauung kommt es u.U. zu einem Mangel an B-Vitaminen. Achten Sie also darauf, diese ausreichend zuzufüttern (z.B. Sapodoris Basis Stoffwechsel, B-Komplex oder auch Bierhefe). Und wie ich oben schon erwähnte: Achten Sie in diesen Fällen ganz besonders auf mögliche Stressfaktoren und stellen diese ab!
  • Überprüfen Sie die Haltung! Um den Stoffwechsel in Schwung zu halten, braucht das Pferd Bewegung. Das zu lange Stehen in der Box ist also bei empfindlichen Pferden wenig sinnvoll. Werden jedoch im Auslauf oder Paddock zu wenig Bewegungsanreize gegeben, so bringt auch die größte Fläche nichts. Wie kann man die Auslauffläche besser gestalten, um den Pferden mehr Bewegungsanreize zu bieten? Seien Sie kreativ! Man findet inzwischen im Internet eine Vielzahl an tollen Ideen, wie man Offenstallhaltung so gestalten kann, dass man auf der einen Seite den möglichen Stress in der Herde mindert und auf der anderen Seite aber auch für mehr Bewegungsanreize sorgt.
  • Die Erfahrung zeigt: Oft werden die Probleme (besonders wenn Mauke / Raspe durch Milbenbefall ausgelöst wurde) reduziert, wenn auf Stroheinstreu verzichtet wird. Bitte aber natürlich für eine Alternative zum Stroh sorgen!
  • Auch in den Fällen, in denen Mauke und Raspe nicht in erster Linie von Matsch verursacht wurden: Während des Heilungsprozesses ist es durchaus wichtig, dass das Pferd möglichst trocken und sauber steht, um eine ständige Neuinfektion der noch geschädigten Haut zu vermeiden.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig die Haut. Achten Sie auf Ihr Pferd und nehmen Anzeichen von Juckreiz ernst. Bei Pferden, die immer wieder zu Milbenbefall neigen, können Sie den zu häufigen Einsatz härterer Mittel vermeiden, wenn Sie rechtzeitig und konsequent bei beginnendem Milbenbefall mit z.B. Insecticide 2000 oder Latanis Bio-Parasitkill (gerne in Kombination mit dem Latanis Parasitkill-Shampoo) behandeln. Auch das Waschen mit milder Seife (bitte keine echte Kernseife sondern milde, handgemachte "Naturseife" benutzen) hat sich bewährt, um die Abstände zwischen den Milbenbehandlungen zu vergrößern. Die Milben mögen den höheren pH-Wert der Seife nicht.

Welche Hausmittel eigenen sich zur Pflege von Mauke- und Raspestellen?

hausmittelManche Hausmittel sind durchaus hilfreich in der Maukebehandlung!Man findet viele Tipps und Tricks in verschiedenen Foren, wie man Mauke mit Hausmittel behandeln kann. Einiges davon ist gut und sinnvoll, bei anderen Dingen sträuben sich mir die Haare...

  • In einem Buch über Tinker ( Tinker Ponys - Irlands coole Schecken, Cadmos) kann man nachlesen, man solle bei Mauke die Beine des Pferdes mit Persil zur Desinfektion waschen. Tatsächlich ist es so, dass diese Maßnahme in einigen Fällen erstaunlich gut (zunächst einmal!) hilft. Jedoch muss man sich klarmachen, was Waschmittel bewirken: Sie enthalten starke Tenside, die Schmutz und Fett aus der Wäsche lösen sollen. Und genau das tun diese Tenside auch mit der Haut: Sie lösen Fette heraus. Auch, wenn diese Maßnahme möglicherweise bei manchen Pferden erst einmal hilft: Wir schwächen die Haut mit Waschpulver (auch wenn sensitiv oder sonst etwas draufsteht) massiv! Bei einem Pferd, das zu Mauke / Raspe neigt, müssen wir alles tun, den Barriereschutz zu verbessern. Durch das Benutzen von Waschmitteln tun wir genau das Gegenteil: Wir zerstören den Barriereschutz durch das Herauslösen der hauteigenen Fette.
  • Mit Kernseife verhält es sich etwas ähnlich. Die echte Kernseife bietet einige Vorteile: Sie zeichnet sich durch eine stark reinigende Wirkung aus, ist sehr alkalisch (hat also einen hohen pH-Wert, diese pH-Wert-Verschiebung mögen die Bakterien, Pilze und Milben nicht besonders gerne...), sie enthält normalerweise keine Duftstoffe. Es ist also ein sehr reines Produkt. Aber genau das darf nicht vergessen: Kernseife ist eine sehr reine Seife, die üblicherweise keinerlei Fettüberschuss enthält. Zur Herstellung werden meist billige Fette genutzt, manchmal sind auch Tierfette enthalten. Man schätzt an Kernseife die hohe Fettlösekraft. Und genau das ist der Unterschied zu handgemachten, pflegenden Seifen. Die Herstellungsprozesse und Rohstoffe sind unterschiedlich. Handgemachte Seifen enthalten in der Regel sehr viel pflegendere Öle und einen deutlichen Fettüberschuss, damit die Haut nicht austrocknet. Echte Kernseife dagegen schwächt durch die hohe Fettlösekraft wiederum den Barriereschutz der Haut.
  • Mineralölprodukte wie Vaseline, Melkfett und Weißöle haben den Vorteil, dass sie sehr reizarm sind und dass man recht gut mit ihnen Krusten lösen kann. Trotzdem würde ich solche Produkte (wenn wirklich nötig) nur kurzzeitig einsetzen. Denn Mineralöle werden nicht von der Haut verstoffwechselt. Sie liegen eher auf der Haut auf und behindern dadurch den Feuchtigkeitshaushalt der Haut. (Quelle: R. v. Braunschweig "Pflanzenöle", Stadelmann Verlag)
  • Manchmal wird auch der Einsatz reiner ätherischer Öle empfohlen. Mit ätherischen Ölen kann man tatsächlich in der Maukebehandlung einiges erreichen. Empfohlen werden in verschiedenen Foren vor allem Lavendel und Teebaumöl. (Quelle: Verschiedene Einträge in Pferdeforen) Beide ätherischen Öle kann man zwar (im Gegensatz zu fast alle anderen ätherischen Ölen) theoretisch pur auftragen. Ich würde jedoch empfehlen: Verdünnen Sie besser mit einem guten Pflanzenöl. Denn wenn man z.B. so eine Maukestelle mit reinem Lavendelöl abtupft, muss man auch an die Geruchsbelastung der sensiblen Pferdenase durch das unverdünnte Öl denken. Bei Teebaumöl bitte unbedingt beachten: Teebaumöl ist ein sehr oxidationsempfindliches Öl. Eine angebrochene Flasche sollte darum schnell aufgebraucht werden, denn sonst kann es leicht zu Hautreizungen kommen.
  • Quark kühlt angenehm und wird als Hausmittel gerne genutzt, um leichte Entzündungen zu mildern. (Quelle: z.B. Heilpraxisnet, Netdoktor, eigene Erfahrungen), Bei sehr gereizter Haut kann man das gerne probieren! Allerdings anschließend nicht vergessen zu schauen, ob die Haut dadurch etwas zu trocken geworden ist (u.U. dann mit Lotion oder Öl ausgleichen).
  • Honig hat eine gut antimikrobielle Wirkung (Quelle: u.a. Internetseite des Universitätsklinikums Bonn) und eignet sich darum auch zur Maukebehandlung. Besonders empfehlenswert ist Manukahonig oder medizinischer Honig. In jedem Fall achten Sie bitte auf gute Qualität!
  • Bei besonders hartnäckigen Krusten hat sich Salicylsalbe bewährt. Tragen Sie diese Salbe jedoch aussschließlich auf Krusten auf und benutzen Sie die Salbe nach dem Lösen oder bei nur noch kleinen Krusten nicht mehr!
  • Kochsalzlösung zur Desinfektion ist zwar effektiv (Quelle z.B. Pflegewiki, Cavallo), jedoch brennt Salz auf offenen Wunden. Und da viele Pferde mit Mauke und Raspe sowieso schon sehr schmerzempfindlich sind, verwende ich lieber sanftere Mittel.
  • Aus Schwefelblüte und Öl kann man einfach und günstig ebenfalls selber ein wirksames Mittel herstellen. Schwefel wirkt keratolytisch (hornlösend) und wurde früher auch gegen Krätzemilben eingesetzt. So kann man häufig mit Schwefelöl sehr gute und schnelle Erfolge bei Mauke / Raspe verzeichnen. Mein Eindruck bisher ist jedoch: Nach dem Einsatz von Schwefelprodukten ist die Haut zunächst anfälliger. Das ist noch keine gesicherte Erkenntnis, sondern zunächst nur mein Eindruck. Jedoch liegt es auch nahe, denn Schwefel zählt ja zu den keratolytischen (also hautschälenden) Mitteln. Setzen Sie also bitte Schwefel mit Bedacht und nicht zu häufig ein!
  • Häufig liest man auch von Sauerkrautumschlägen bei Mauke (Quelle z.B. Wikipedia). Tatsächlich habe mit dem Einsatz von Sauerkraut keine Erfahrungen, kann mir aber durchaus einen positiven Effekt bei nässender Mauke (durch die im Sauerkraut enthaltenen Milchsäurebakterien) vorstellen. Möchte man in dieser Richtung (Milchsäurebakterien) eine Behandlung probieren, ist vermutlich der Einsatz von Kanne Brottrunk jedoch einfacher und hygienischer.

 Zusammenfassung zur Behandlung trockener Mauke

  1. Tierarzt rufen um abzuklären, ob ein Milbenbefall vorliegt (und entsprechend behandeln lassen) und / oder ob eine antibiotische Behandlung nötig ist. Bei der Gelegenheit gleich Blut abnehmen lassen (großes Pferdeprofil plus Eisen, Zink und Selen).
  2. Fütterung überprüfen und optimieren, damit dem Pferd zur Regeneration alle Nährstoffe zur Verfügung stehen (besonders auf Spurenelemente, Vitamine, essentielle Aminosäuren und Fettsäuren schauen). Achten Sie bitte darauf, dass sehr haarige Pferde einen höheren Bedarf an einigen Nährstoffen (besonders auch an Eiweiß) haben. Zu viel Getreide und stark zuckerhaltige Futtermittel sollten jedoch gemieden werden. Anhand einer Heuanalyse lässt sich eine passende Ration am besten berechnen. Das ist auch gar nicht so teuer / schwierig, wie oft vermutet wird. Sprechen Sie mich gerne an!
  3. EVENTUELL Krusten sanft lösen mit milder Seife, bei stärkere Krusten nehmen Sie dazu auch Maukeöl oder Maukesalbe
  4. Wenn nötig, Fesselbehang (evtl. auch teilweise) ausdünnen oder / und kürzen auf ca. 2 cm (gerne einfach mit der Schere). Nicht zu kurz scheren!
  5. Nach dem Krustenlösen gründlich desinfizieren mit Mitteln aus der Apotheke (z.B. Prontosan Wundspüllösung und / oder Prontosan Wundgel) oder vom Tierarzt.
  6. Zur Unterstützung der Abheilung eignet sich Sapodoris Hautwohl .
  7. Mauke- / Raspestelle sauberhalten, ggf. zwischendurch desinfizieren und regelmäßig mit Hautwohl pflegen.
  8. Darauf achten, dass die Haut nicht spröde wird, bei sehr trockener Haut evtl. Sapodoris Maukeöl oder Maukesalbe mit hinzunehmen
  9. Nach Abheilung gerne noch eine Weile die Stärkt-die-Haut-Lotion verwenden.
  10. Bei Pferden, die immer wieder zu Milbenbefall neigen, gerne regelmäßig (anfangs 1 x pro Woche, später den Abstand immer mehr vergrößern bis auch ca. 1 x im Monat) mit dem Insecticide 2000 behandeln!
  11. Generell muss man ein Augenmaß entwickeln: Die Maukestelle sollte sauberhalten, aber nicht durch übertriebene Hygiene geschwächt werden. Die Haut sollte geschmeidig gehalten werden, aber nicht mit zu große Mengen an Ölen oder Salben abgedichtet und aufgeweicht werden. Die Haut muss trocken gehalten werden, darf aber nicht spröde werden.

Das Vorgehen bei nässender Mauke sieht anders aus, dazu bitte im Text auf Seite 3 die entsprechende Passage lesen.

Zusammenfassung zur Behandlung von Raspe

  1. Tierarzt rufen um abzuklären, ob ein Milbenbefall vorliegt (und entsprechend behandeln lassen) und / oder ob eine antibiotische Behandlung nötig ist. Bei der Gelegenheit gleich Blut abnehmen lassen (großes Pferdeprofil plus Eisen, Zink und Selen).
  2. Fütterung überprüfen und optimieren, damit dem Pferd zur Regeneration alle Nährstoffe zur Verfügung stehen (besonders auf Spurenelemente, Vitamine, essentielle Aminosäuren und Fettsäuren schauen). Achten Sie bitte darauf, dass sehr haarige Pferde einen höheren Bedarf an einigen Nährstoffen (besonders auch an Eiweiß) haben! Zu viel Getreide und stark zuckerhaltige Futtermittel sollten jedoch gemieden werden. Anhand einer Heuanalyse lässt sich eine passende Ration am besten berechnen. Das ist auch gar nicht so teuer / schwierig, wie oft vermutet wird. Sprechen Sie mich gerne an!
  3. Behang ausdünnen oder / und kürzen.
  4. Krusten und Schuppen lösen mit der Kräuter-Waschlotion, bei sehr dicken Krusten gerne vorher einweichen mit der Maukesalbe.
  5. Nach dem Krustenlösen gründlich desinfizieren, bei Bedarf mit Mitteln aus der Apotheke (Prontosan ist besonders gut geeignet)
  6. Danach bietet sich die Pflege mit Hautwohl und später mit der Stärkt-die-Haut-Lotion an.
  7. Zwischendurch nach Bedarf waschen mit der Kräuter-Waschlotion.
  8. Bei Pferden, die immer wieder zu Milbenbefall neigen, gerne regelmäßig (anfangs 1 x / Woche, später den Abstand immer mehr vergrößern bis auch ca. 1 x im Monat) mit dem Insecticide 2000 behandeln!