Darmentzündung - ein Erfahrungsbericht

Ich bin kein Tierarzt und kein Therapeut, ich mache lediglich Futterberatungen. So ist es etwas schwierig, dass ich nun über ein Thema schreibe, das so deutlich in den tiermedizinischen Bereich gehört. Aber da doch recht viele Pferde betroffen sind, ohne dass es erkannt wird, möchte ich hier einfach von Cimbria erzählen. Dies ist also einfach ein Erfahrungsbericht um die Angst davor zu nehmen, überhaupt so etwas in Erwägung zu ziehen. Und auch die Angst vor manchmal in solchen Fällen nötigen Medikamenten möchte ich nehmen! 

Schon als Cimbria vor 16 Jahren zu uns kam, litt sie unter Kotwasser. Und schon damals hatte sie Karies, einige wackelige Zähne, eine Zahnfistel - einfach ein sehr schlechtes Gebiss. Außerdem war sie psychisch sehr, sehr angeschlagen (lesen Sie gerne mehr über Cimbria hier: Erlernte Hilflosigkeit). Es gab also allerhand Gründe für ihr Kotwasser und natürlich haben wir nicht alles von Anfang an erkannt und berücksichtigt. 

 

In den ersten Jahren probierte ich natürlich sämtliche Tipps "gegen" Kotwasser völlig erfolglos aus. Auch Tierärzte und THPs konnten uns nicht wirklich helfen. Es war mal besser und mal schlechter - aber es war nie weg. Das ging ca. 2 Jahre so. Auf der Wiese war es deutlich besser, im Winter bei Heu und Stroh sehr schlecht. Der Durchbruch kam dann, als wir 2 Dinge grundlegend veränderten: Wir begannen anders mit ihr zu arbeiten, sie wurde wach, bekam Selbstbewusstsein, es ging ihr psychisch besser. Und ich streute nicht mehr mit Stroh ein und kaufte feineres, früher geerntetes Heu. So ging es ca. 10 Jahre lang wirklich gut! Ja, die Zähne wurden im Laufe der Jahre immer schlechter, aber sie stand gut da, war immer eher zu dick (um nicht zu sagen phasenweise wirklich fett!) - es waren wirklich unkomplizierte, schöne Jahre!

In Cimbrias Fall nahm ich das Übergewicht einfach in Kauf, weil sie nur diese Art der Fütterung vertrug und es ihr um so vieles besser ging so ohne Kotwasser und Blähbauch. Da waren die Kilos also das geringere Übel. Leider verlor ich dabei eine ganze Weile aus dem Blick, dass diese Fütterung aber für die beiden jungen Stuten alles andere als passend war! Solange sie im Wachstum waren, war es noch gut - als sie ausgewachsen waren war ihr Gewicht nun nicht mehr schön zu reden. Wie es halt so ist, wenn man ein "Sorgenkind" betreut: Man verliert schnell den Blick für die Bedürfnisse der anderen Pferde. 

 

Weidegang wurde also stark eingeschränkt und ich verfütterte deutlich später geerntetes Heu. Und wie schön: Die beiden jungen Stuten nahmen gut ab! Aber Cimbria bekam heftiges Kotwasser, Durchfall, der Bauch war gebläht - es ging ihr gar nicht mehr gut! Immer wieder konnten wir es etwas verbessern und natürlich gab ich ihr dann wieder feineres Heu. Aber wir waren an einem Punkt angekommen, an dem auch das nicht mehr half. Alles, was früher geholfen hatte, griff nicht mehr. Inzwischen hatte sie noch einige Zähne mehr verloren und schluckte auch feines Heu einfach zu grob ab. So ließ ein satte Kolik nicht lange auf sich warten...

Ein Blutbild ergab eine leichte Blutarmut und eine leichte Verschiebung bei den Entzündungswerten. Daraufhin ließen wir Kot auf okkultes Blut untersuchen - der Test war positiv... Irgendwo im Verdauungstrakt verlor sie also Blut.