Ein Teil des "Großen Screening Pferd" als Beispiel
Ein Teil des "Großen Screening Pferd" als Beispiel

Blutuntersuchung

 

Blutuntersuchungen halte ich in der Regel für recht sinnvoll bei Mauke und Raspe, weil ein Pferd, das zu häufigem Milbenbefall und /oder Maukeausbrüchen neigt, nicht selten auch noch unter anderen Problemen leidet. Eine Blutuntersuchung bietet oft zusätzliche Hinweise bei der Suche nach der eigentlichen Ursache einer immer wiederkehrenden oder besonders hartnäckigen Mauke.  Allgemein spricht man davon, dass man ein „Großes Blutbild“ machen lässt. Streng genommen ist dieser Ausdruck falsch, aber die meisten TÄ wissen, was man meint, wenn man sagt: „Großes Blutbild incl. der Zink- und Selenwerte“. Korrekter spricht man von einem großen Pferdeprofil. In manchen Laboren heißt es auch „Großes Screening + Blutbild“. In jedem Fall sollte man dazusagen, dass man Zink- und Selenwerte mit kontrollieren lassen möchte. Lassen Sie sich bitte unbedingt eine Kopie vom Ergebnis geben. Denn um zu schauen, wie man durch die Fütterung den Heilungsprozess optimal  unterstützen kann, bietet das Ergebnis der Blutuntersuchung oft wichtige Hinweise.

 

Blutuntersuchungen werden im Internet sehr zwiespältig diskutiert. Besonders Stimmen aus der Alternativmedizin halten Blutuntersuchungen für überflüssig, weil es nur Momentaufnahmen sind, die nicht zeigen, was tatsächlich in den Zellen los ist. Das ist natürlich auf der einen Seite richtig. Trotzdem haben sich diese Untersuchungen einfach bewährt und geben immer wieder sehr wichtige Hinweise. In meiner Beratungstätigkeit sind mir schon so einige Pferde untergekommen, die wegen einer Mauke lange Zeit entgiftet wurden – aber die Mauke wurde nicht besser, weil das Pferd gar nicht nicht an Leberproblemen, sondern an gravierendem Zinkmangel litt. Arbeitet man in solchen Fällen zum Beispiel zu lange und intensiv mit Tonmineralen zur "Entgiftung", kann es das eigentliche Problem sogar noch verstärken. Lesen Sie dazu auch gerne hier: Tonminerale, Sand, Huminsäuren  Andersherum habe ich es häufig erlebt, dass Pferde über einen langen Zeitraum hochdosiert Zinkpräparate bekamen, jedoch lag gar kein Zinkmangel vor, sondern die Pferde litten unter erheblichen Leberproblemen, die dann sogar den jeweiligen Tierarzt schockierten. In wieder anderen Fällen schloss man sich der Theorie an: „Pferde mit Mauke dürfen nur Heu und Stroh bekommen und nichts anderes“. Und die Blutuntersuchung ergab verschiedene hochgradige Mängel... All diesen Pferden hätte man durch eine rechtzeitige Blutuntersuchung einen langen Leidensweg, der mit einer chronischen Mauke endete, womöglich ersparen können.

 

Aus diesen Gründen empfehle ich also: Rufen Sie besser frühzeitig den Tierarzt und lassen die oben aufgeführten Punkte (Ist eine antibiotischen Behandlung nötig? Liegt ein Milbenbefall vor? Wie ist das Ergebnis der Blutuntersuchung?) abchecken. Danach kann man umso gezielter an den Problemen arbeiten und kommt deutlich schneller an Ziel, als wenn man erst auf gut Glück herumprobiert. Man muss sich immer auch vor Augen halten: Je länger Mauke / Raspe anhält, umso größer die Gefahr, dass es zu nicht mehr rückgängig zu machenden Hautveränderungen kommt. Lieber einmal gründlich durchgreifen, als zu riskieren, dass die Mauke chronisch wird! Und bei all dem darf man natürlich auch die Verbesserungen der Haltungsbedingungen nicht vergessen!

 

Nach dem Tierarztbesuch

Schon gut verheilte Raspestelle, die aber wegen der leichten Hautrötung noch ein wenig weiter gepflegt werden sollte.
Schon gut verheilte Raspestelle, die aber wegen der leichten Hautrötung noch ein wenig weiter gepflegt werden sollte.

Im Idealfall ist die Behandlung schnell abgeschlossen, die Haut ist verheilt, alles ist wieder gut. Dieser Idealfall ist leider nicht die Regel. Aber wir können einiges dafür tun, den Heilungsprozess zu unterstützen.

 

Inzwischen liegt nun also hoffentlich das Ergebnis der Blutuntersuchung vor. Der Tierarzt hat mit Ihnen darüber gesprochen und Ihnen gesagt, was aus seiner Sicht behandlungsbedürftig ist. Schicken Sie mir gerne zusätzlich das Ergebnis  und schreiben mir, wie das Pferd bisher gefüttert und gehalten wird.

 

Damit die Haut regenerieren kann und widerstandfähiger wird, ist eine gut angepasste Fütterung wichtig. Zu viel ist ebenso schädlich wie zu wenig. Gerne helfe ich Ihnen dabei! Ich mag nun allerdings  keine allgemeingültigen Fütterungsvorschläge geben, denn das muss jeweils individuell angepasst werden. Achten sollte man dabei nicht nur auf ausreichende Spurenelementversorgung. Auch ungesättigte Fettsäuren, hochwertige Aminosäuren, Vitamine, Antioxidantien und einiges andere mehr kann nötig sein für eine gute Hautregeneration. Gleichzeitig ist es wichtig zu wissen, dass der Spruch „Viel hilft viel“ hier sicher nicht angebracht ist.

 

Auch das Thema "Magenprobleme" sollte man im Zusammenhang mit Mauke nicht vergessen. Mir sind einige Fälle bekannt, in denen während einer erfolgreichen Magengeschwürbehandlung auch die Mauke spontan abheilte. Bei diesen Pferden fiel vorher immer wieder auf: Sie reagierten extrem auf jede Futterumstellung und die Besitzer berichteten mir "Mein Pferd verträgt kein Eiweiß!" Natürlich verträgt und braucht jedes Pferd Eiweiß. Zu viel Eiweiß in der Ration ist selbstverständlich nicht sinnvoll, aber gerade sehr haarige Pferden haben oft sogar einen recht hohen Bedarf. Reagiert ein Pferd also immer wieder auf etwas mehr Eiweiß (ich spreche hier nicht von ÜBERhöhten Eiweißgaben) in der Ration mit heftigen Maukeschüben, so sollte man sich anschauen, wie es um Magen / Dünndarm bestellt ist.  Zum Thema Magenprobleme lesen Sie bitte gerne den Artikel "Versteckte Ursache für so manches Problem". 

 

Für sehr sinnvoll halte ich es außerdem, das Heu in einem Labor analysieren zu lassen. Im Winter 2014 hatte auch eine meiner Stuten leichte Raspeprobleme und ich wunderte mich über die verzögerte Heilung. Das kannte ich so von einem meiner Pferde so gar nicht. Nach einer Heuanalyse war klar: Ich hatte zu eiweißarm gefüttert. Zum Thema Heuanalysen habe ich hier etwas geschrieben: Was steckt im Heu?

 

Pflege von außen

Bei so üppigem Fesselbehang kann es oft nötig sein, zumindest die Haare an der betroffenen Stelle zu kürzen. Steht ein solches Pferd jedoch im Matsch, kann der Behang aber auch vor Schmutz schützen. Man muss abwägen und beobachten.
Bei so üppigem Fesselbehang kann es oft nötig sein, zumindest die Haare an der betroffenen Stelle zu kürzen. Steht ein solches Pferd jedoch im Matsch, kann der Behang aber auch vor Schmutz schützen. Man muss abwägen und beobachten.

Da es sehr unterschiedlich ist, was der Tierarzt Ihnen zur Pflege der Mauke- / Raspestellen gibt und auch wie gut oder weniger gut das anschlägt, lasse ich diese Dinge nun einfach komplett außen vor und beschränke meine Pflegeempfehlungen vorwiegend auf meine eigenen Produkte. Noch einmal möchte ich an dieser Stelle aber betonen: Stark entzündliche Hauterkrankungen gehören auf jeden Fall in tierärztliche Behandlung!

 

Typischerweise wird Mauke / Raspe erst entdeckt, wenn sich schon Krusten gebildet haben. Und so gehe ich im Folgenden also von der Pflege einer trockenen, krustigen Mauke oder Raspe aus.  Als erstes stellt sich oft die grundsätzliche Frage:

 

Soll man von Mauke / Raspe betroffene Beine scheren?

 

Vom Scheren auf wirklich kurze Haarlänge rate ich ab, denn die nachwachsenden Haare reizen dann die sehr empfindliche Haut zusätzlich. Aber das Kürzen der Haare (zumindest an den betroffenen Hautstellen) auf ca. 2 - 3 cm kann sehr sinnvoll sein. So kann man die Stelle besser behandeln und sauber halten. Und es ist sicher auch nicht schlecht, wenn endlich einmal Luft an die Haut kommt!

 

Finden sich am ganzen Bein verteilt immer wieder kleine Mauke- / Raspestellen, KANN es sinnvoll sein zu scheren – aber bitte nicht kürzer als auf 2 cm Haarlänge. Am so geschorenen Bein findet man schneller alle betroffenen Hautstellen und kann entsprechend behandeln. Besonders wenn das Pferd immer wieder unter Milbenbefall leidet, ist das Kürzen des Behangs oft eine große Erleichterung. Denn die Milben fühlen sich unter dem dichten, langen Fesselbehang der Tinker, Friesen und Kaltblüter besonders wohl. Und auch künftige Milbenbehandlungen mit sanfteren Mitteln lassen sich bei kürzerer Haarlänge leichter durchführen.

 

Obwohl das Kürzen also einige Vorteile bietet, ist es sicher nicht in jedem Fall nötig. Ich mag also weder sagen: „Man muss immer kürzen“, noch mag ich sagen, dass man das nie tun darf. Man muss immer individuell entschieden. Wichtig ist, dass man alle betroffenen Stellen gut im Blick hat und dass das Behandeln und Sauberhalten gut möglich ist.

Zum Krustenlösen bieten sich Bäder in warmer Seifenlauge an.
Zum Krustenlösen bieten sich Bäder in warmer Seifenlauge an.

Nun endlich geht es konkret um die Pflege von trockenen Mauke- / Raspestellen (zur nässenden Mauke komme ich später):

 

1. Krusten lösen

Dieser Schritt ist wichtig, denn unter den Krusten vermehren sich Keime und verschlimmern die Mauke / Raspe immer mehr. Außerdem reißt bei Bewegung die Haut zusammen mit den trockenen Krusten leicht auf, es kommt zu blutigen Rissen und die Erreger dringen schnell in tiefere Hautschichten vor.

 

Auf keinen Fall darf man die Krusten aber einfach abpuhlen, denn reißt man die festsitzenden Krusten ab, ist es nicht nur für das Pferd sehr schmerzhaft, sondern man schädigt damit wiederum die Haut. Das muss unbedingt vermieden werden. Man sollte also die Krusten gut einweichen, um sie ablösen zu können.

 

Dazu haben sich Bäder in handwarmer Seifenlauge aus der Sapodoris-Kräuterseife bewährt. Bei schmierigen Belägen und bei Raspe bietet sich eher die Kräuter-Waschlotion an. 

 

Wichtig in allen Fällen ist: Trocknen Sie die Hautstelle anschließend sorgfältig und sanft ab. Bei starken Krusten kann es nötig sein, diesen Prozess an mehreren Tagen hintereinander zu wiederholen. Achten Sie aber darauf, die Haut nicht zu sehr aufzuweichen!

 

Bei sehr harten Krusten wird das Einweichen mit Seifenlauge eventuell nicht ausreichen und manchmal ist das Waschen gerade auch nicht möglich oder sinnvoll. So kann man alternativ oder zusätzlich die Krusten mit Öl oder Salbe aufweichen. Dazu haben sich das Maukeöl und die Maukesalbe bewährt. Geeignet sind auch verschiedene Öle, angemischt mit Schwefelblüte. Beachten  sollte man jedoch dabei, dass Schwefel keratolytisch wirkt. Das heißt, es wirkt hornhautauflösend und hautschälend. Dieser Effekt ist zum Lösen der Krusten erwünscht, jedoch behindert ein zu langer und häufiger Einsatz von Schwefel möglicherweise die Heilung etwas.

Stark gerötete Haut an einer Raspestelle. Man sieht auch kleine Risse. Hier war die Haut durch zu viel Pflege mit einer Zinkpaste zu trocken geworden und es kam es zum Rückfall.
Stark gerötete Haut an einer Raspestelle. Man sieht auch kleine Risse. Hier war die Haut durch zu viel Pflege mit einer Zinkpaste zu trocken geworden und es kam es zum Rückfall.

2. Desinfektion

Nach dem Lösen der Krusten ist in der Regel eine sorgfältige Desinfektion (bei schon stärkeren Infektionen muss hier der Tierarzt zu Rate gezogen werden!) wichtig, um heftige Entzündungen zu vermeiden.  Beachten sollte man immer: Desinfektion ist wichtig, aber zu häufige Desinfektion mit scharfen Mitteln stört wiederum den Heilungsprozess und schwächt die Haut. Da gilt es, das richtige Maß zu finden.

 

Zur Pflege leicht geröteter, gereizter Haut hat sich die Sapodoris Silberlotion bewährt, die das antimikrobiell wirksame MicroSilver BG enthält.

 

3. Hautpflege bei noch leicht geröteter Haut nach dem Krustenlösen

Bei etwas offenen Hautstellen (kleine Risse, kleine blutige Stellen) verwenden Sie gerne  im Anschluss oder auch im Wechsel mit der Silberlotion die Hautwohl-Lotion, die verstärkt heilungsfördernde Zutaten enthält. Aloe Vera und Malvenextrakt beruhigen die Haut, Heilkreide, D-Panthenol und Johanniskrautextrakt sind für wundheilungsfördernde Eigenschaften bekannt, Zinkoxid hat eine leicht desinfizierende und schützende Wirkung. Die Lotion hat jedoch keinen so stark abdeckenden Effekt wie eine handelsübliche Zinksalbe. Lässt es sich nun nicht vermeiden, dass das Pferd zeitweise auf nassem oder gar matschigem Untergrund steht, sollte man betroffene Stellen zusätzlich mit einer Zinksalbe vor Nässe schützen.

 

Zur Pflege von sehr trockenen Hautstellen, an denen sich immer wieder Krusten und Schuppen bilden, verwenden Sie zur Pflege das Maukeöl oder die Maukesalbe, je nach Bedarf auch in Kombination mit der Silber- oder Hautwohl-Lotion.

 

WICHTIG: Beobachten Sie die betroffenen Hautstellen sehr gut! Die Haut sollte trocken und sauber, aber geschmeidig gehalten werden. So ist es manchmal nötig, zwischen den Produkte zu wechseln. 

 

Hier ist die Haut schon gut verheilt, aber es bilden sich immer noch Schuppen. Weitere Beobachtung und Pflege ist also nötig.
Hier ist die Haut schon gut verheilt, aber es bilden sich immer noch Schuppen. Weitere Beobachtung und Pflege ist also nötig.

4. Weitere Pflege

Ist die Haut nun nicht mehr gerötet, sollte gut darauf geachtet werden, sie geschmeidig zu halten. Geeignet dazu ist weiterhin die Pflege mit dem Maukeöl. Empfehlenswert ist auch die Pflege mit der Sapodoris Stärkt-die-Haut-Lotion, um der Haut zu mehr Widerstandsfäigkeit zu verhelfen. Diese Lotion enthält weniger heilungsfördende Zutaten, vielmehr sind darin Rohstoffe enthalten, die helfen sollen, den geschädigten Barriereschutz der Haut wieder aufzubauen.   

 

Später kann eine regelmäßige vorbeugende Pflege mit Hautbalance sinnvoll sein, vor allem bei Pferden, die immer wieder unter Milbenbefall leiden.

 

 

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