Nässende Mauke

Mit nässender Mauke ist die Mauke gemeint, bei der sich keine (oder kaum) Krusten bilden. Es bleibt bei schmierigen, stinkenden, feuchten Belägen. Hier muss man anders vorgehen als bei der trockenen Mauke. Wichtig sind adstringierende Pflegestoffe. Fette und Öle sollte man auf solche Stelle nicht auftragen. Geeignet sind eher wässrige Tinkturen oder sehr leichte Lotionen mit nicht zu hohem Fettgehalt. Generell gilt bei solch nässender Mauke die Regel aus der Kräuterheilkunde „nass auf nass“. Man darf sich also nicht verführen lassen, die nässenden (nässend meint übrigens nicht blutend, sondern das starke Absondern von Wundsekret) Stellen z.B. mit Heilerde austrocknen zu wollen. Denn dabei besteht die Gefahr, dass das Maukesekret und die Heilerde fest auf der Haut verkleben und die Haut beim Austrocknen aufreißt. Sinnvoller ist es also, durch adstringierende Kräuter bzw Kräuterextrakte die Absonderung von Wundsekret einzudämmen.

 

Bewährt zur Reinigung hat sich die Kräuter-Waschlotion, die ich speziell zu diesem Zweck entwickelt habe. Die Kräuter-Waschlotion enthält mehr Hamamelisextrakt, als es möglich wäre, in eine Seife einzuarbeiten. Und da Hamamelisextrakt eine gut adstringierende Wirkung verfügt, ist die Kräuter-Waschlotion also bei nässender Mauke besser geeignet als eine Seife.

 

Nach dem Entfernen der schmierigen Beläge ist die Desinfektion (wie schon bei der trockenen Mauke beschrieben) wichtig und sinnvoll. Später kann man Sapodoris Hautwohl-Lotion und / oder Stärkt-die-Haut-Lotion weiterpflegen.

 

Bewährt haben sich bei einigen Pferden Waschungen mit einem Sud aus Lavendel, Eichenrinde, Cistrose und Hamamelis.

 

Aber auch bei der nässenden Mauke gilt: Nach dem kompletten Abheilen pflegen Sie die Haut gerne vorbeugend mit Sapodoris Stärkt-die-Haut-Lotion. Auch Aloe Vera-Spray oder Hautbalance dürfen hier gerne zum Einsatz kommen.

Was kann ich tun, um Mauke / Raspe künftig zu verhindern?

Vorsorglich sollte man künftig sehr achtsam sein, wenn das Pferd erneut unter Juckreiz leidet.
Vorsorglich sollte man künftig sehr achtsam sein, wenn das Pferd erneut unter Juckreiz leidet.

Leider muss ich an dieser Stelle sagen: Es gibt zwar vieles, das man tun kann und sollte – eine Garantie, dass es nicht zum Rückfall kommt, gibt es jedoch nicht. Denn im vorhergehenden Text habe ich ja schon mehrfach erwähnt: Mauke und Raspe werden leicht chronisch und einmal betroffene Pferde bleiben durch die entstandenen Hautveränderungen häufig anfällig. Gerade weil das so ist, sollte man künftig einiges zu beachten:

 

-Pferde, die immer wieder von Mauke / Raspe betroffen sind, leiden häufig an einem geschwächten Immunsystem. Wichtig ist, die ausreichende Nährstoffversorgung zu kontrollieren, immer wieder auf einen eventuellen Milbenbefall  und ganz besonders auch auf mögliche Stressfaktoren zu achten. Denn Stress schwächt das Immunsystem und beeinträchtigt den Stoffwechsel. Beschäftigen Sie sich darum als Halter eines betroffenen Pferdes intensiv mit diesem Thema und lassen den Gedanken zu, dass vielleicht auch Ihr so cool wirkender Tinker oft Stress hat – diesen aber vielleicht nur nicht so offen nach außen trägt, wie es z.B. ein Araber tun würde. Dazu habe ich hier etwas geschrieben: Mein Pferd hat keinen Stress  Besonders, wenn Ihr Pferd zusätzlich immer wieder einmal unter Kotwasser leidet (als Hauptauslöser für Kotwasser stellte sich in div. Untersuchungen immer wieder Stress heraus), sollten Sie sich intensiv mit dem Thema "Stress bei Pferden" auseinandersetzen. Dazu empfehle ich Ihnen vor allem auch die Bücher und Artikel von Marlitt Wendt www.pferdsein.de

 

-Überprüfen Sie die die grundsätzliche Fütterung. Lesen Sie dazu gerne hier: 10 Punkte zur Gesunderhaltung von Magen und Darm und hier Was steckt im Heu?

 

-Die Erfahrung zeigt, dass ein zu hoher Proteingehalt im Futter Mauke begünstigt. Trotzdem wäre es falsch, das Pferd regelrecht aushungern zu lassen. Denn der Körper braucht zum Zellaufbau (also auch zur Hautregeneration) bestimmte Aminosäuren. Achten Sie darum auf ausreichende Eiweißversorgung. Um festzustellen, wie es um die Eiweißversorgung Ihres Pferdes bestellt ist, empfiehlt sich eine entsprechende Heuanalyse. Gerade bei sehr spät geerntetem Heu kommt es doch recht häufig zu Engpässen und man sollte  außerhalb der Weidesaison in solchen Fällen mit hochwertigen Aminosäuren ergänzen (z.B. Sapodoris DerMino ).

 

-Für die Zufuhr der wichtigen ungesättigten Fettsäuren kann man gerne ab und zu etwas hochwertiges Öl (z.B. Leinöl) oder auch verschiedene Samen (Sesam, Leinsamen, Schwarzkümmelsamen, Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, Chiasamen) geben. 

 

-Viele Pferde, die unter Mauke und Raspe leiden, haben auch immer wieder Probleme mit Kotwasser und / oder Durchfall. Bei Störungen in der Verdauung kommt es u.U. zu einem Mangel an B-Vitaminen. Achten Sie also darauf, diese ausreichend zuzufüttern (z.B. Sapodoris Basis Stoffwechsel oder auch Bierhefe). Und wie ich oben schon erwähnte: Achten Sie in diesen Fällen ganz besonders auf mögliche Stressfaktoren und stellen diese ab!

 

-Überprüfen Sie die Haltung! Um den Stoffwechsel in Schwung zu halten, braucht das Pferd Bewegung. Das zu lange Stehen in der Box ist also bei empfindlichen Pferden wenig sinnvoll. Werden jedoch im Auslauf oder Paddock zu wenig Bewegungsanreize gegeben, so bringt auch die größte Fläche nichts. Wie kann man die Auslauffläche besser gestalten, um den Pferden mehr Bewegungsanreize zu bieten? Seien Sie kreativ! Man findet inzwischen im Internet eine Vielzahl an tollen Ideen, wie man Offenstallhaltung so gestalten kann,  dass man auf der einen Seite den möglichen Stress in der Herde mindert und auf der anderen Seite aber auch für mehr Bewegungsanreize sorgt.  

 

-Die Erfahrung zeigt: Oft werden die Probleme (besonders wenn Mauke / Raspe durch Milbenbefall ausgelöst wurde) reduziert, wenn auf Stroheinstreu verzichtet wird. Bitte aber natürlich für eine Alternative zum Stroh sorgen!

 

-Auch in den Fällen, in  denen  Mauke und Raspe nicht in erster Linie von Matsch verursacht wurden: Während des Heilungsprozesses ist es durchaus wichtig, dass das Pferd möglichst trocken und sauber steht, um eine ständige Neuinfektion der noch geschädigten Haut zu vermeiden. 

 

-Kontrollieren Sie regelmäßig die Haut. Achten Sie auf Ihr Pferd und nehmen Anzeichen von Juckreiz ernst. Bei Pferden, die immer wieder zu Milbenbefall neigen, können Sie den zu häufigen Einsatz härterer Mittel vermeiden, wenn Sie rechtzeitig und konsequent bei beginnendem Milbenbefall mit z.B. Insecticide 2000 oder Latanis Bio-Parasitkill (gerne in Kombination mit dem Latanis Parasitkill-Shampoo) behandeln. Auch das Waschen mit milder Seife (bitte keine echte Kernseife dazu verwenden, dazu später mehr) hat sich bewährt, um die Abstände zwischen den Milbenbehandlungen zu vergrößern. Die Milben mögen den höheren pH-Wert der Seife nicht sonderlich, außerdem wird die Haut von der Sapodoris-Kräuterseife so gepflegt, so dass sie geschmeidiger wird.  Zur weiteren Pflege eignet sich die sehr vielseitige, leichte Lotion Hautbalance.

 

Welche Hausmittel eigenen sich zur Pflege von Mauke- und Raspestellen?

Manche Hausmittel sind durchaus hilfreich in der Maukebehandlung!
Manche Hausmittel sind durchaus hilfreich in der Maukebehandlung!

Man findet viele Tipps und Tricks in verschiedenen Foren, wie man Mauke mit Hausmittel behandeln kann. Einiges davon ist gut und sinnvoll, bei anderen Dingen sträuben sich mir die Haare...

 

- In einem Buch über Tinker ( Tinker Ponys - Irlands coole Schecken, Cadmos) kann man nachlesen, man solle bei Mauke die Beine des Pferdes mit Persil zur Desinfektion waschen. Tatsächlich ist es so, dass diese Maßnahme in einigen Fällen erstaunlich gut (zunächst einmal!) hilft. Jedoch muss man sich klarmachen, was Waschmittel bewirken: Sie enthalten starke Tenside, die Schmutz und Fett aus der Wäsche lösen sollen. Und genau das tun diese Tenside auch mit der Haut: Sie lösen Fette heraus. Auch, wenn diese Maßnahme möglicherweise bei manchen Pferden erst einmal hilft: Wir schwächen die Haut mit Waschpulver (auch wenn sensitiv oder sonst etwas draufsteht) massiv! Bei einem Pferd, das zu Mauke / Raspe neigt, müssen wir alles tun, den Barriereschutz zu verbessern. Durch das Benutzen von Waschmitteln tun wir genau das Gegenteil: Wir zerstören den Barriereschutz durch das Herauslösen der hauteigenen Fette.

 

- Mit Kernseife verhält es sich etwas ähnlich. Die echte Kernseife bietet einige Vorteile: Sie zeichnet sich eine stark reinigende Wirkung aus, ist sehr alkalisch (hat also einen hohen pH-Wert, diese pH-Wert-Verschiebung mögen die Bakterien, Pilze und Milben nicht besonders gerne...), sie enthält normalerweise keine Duftstoffe. Es ist also ein sehr reines Produkt. Aber genau das darf nicht vergessen: Kernseife ist eine sehr reine Seife, die üblicherweise keinerlei Fettüberschuss enthält. Es ist nur Seife, ohne Fettüberschuss. Zur Herstellung werden billige Fette genutzt, manchmal sind auch Tierfette enthalten. Man schätzt an Kernseife die hohe Fettlösekraft. Und genau das ist der Unterschied zu handgemachten, pflegenden Seifen. Die Herstellungsprozesse und Rohstoffe sind unterschiedlich. Handgemachte Seifen enthalten in der Regel sehr viel pflegendere Öle und einen deutlichen Fettüberschuss, damit die Haut nicht austrocknet. Echte Kernseife dagegen schwächt durch die hohe Fettlösekraft wiederum den Barriereschutz der Haut.

 

- Mineralölprodukte wie Vaseline, Melkfett und Weißöle haben den Vorteil, dass sie sehr reizarm sind und dass man recht gut mit ihnen Krusten lösen kann. Trotzdem würde ich solche Produkte (wenn wirklich nötig)  nur kurzzeitig einsetzen. Denn Mineralöle werden nicht von der Haut verstoffwechselt. Sie liegen eher auf der Haut auf und behindern dadurch den Feuchtigkeitshaushalt der Haut. (Quelle: R. v. Braunschweig "Pflanzenöle", Stadelmann Verlag)

 

- Manchmal wird auch der Einsatz reiner ätherischer Öle empfohlen. Mit ätherischen Ölen kann man tatsächlich in der Maukebehandlung einiges erreichen. Empfohlen werden in verschiedenen Foren vor allem Lavendel und Teebaumöl. (Quelle: Verschiedene Einträge in Pferdeforen) Beide ätherischen Öle kann man zwar (im Gegensatz zu fast alle anderen ätherischen Ölen) theoretisch pur auftragen. Ich würde jedoch empfehlen: Verdünnen Sie besser mit einem guten Pflanzenöl. Denn wenn man z.B. so eine Maukestelle mit reinem Lavendelöl abtupft, muss man auch an die Geruchsbelastung der sensiblen Pferdenase durch das unverdünnte Öl denken. Bei Teebaumöl bitte unbedingt beachten: Teebaumöl ist ein sehr oxidationsempfindliches Öl. Eine angebrochene Flasche sollte darum schnell aufgebraucht werden, denn sonst kann es leicht zu Hautreizungen kommen.

 

- Quark kühlt angenehm und wird als Hausmittel gerne genutzt, um leichte Entzündungen zu mildern. (Quelle: z.B. Heilpraxinet, Netdoktor, eigene Erfahrungen), Bei sehr gereizter Haut kann man das gerne probieren! Allerdings anschließend nicht vergessen zu schauen, ob die Haut dadurch etwas zu trocken geworden ist (u.U. dann mit Lotion oder Öl ausgleichen).

 

- Honig hat eine gut antimikrobielle Wirkung (Quelle: u.a. Internetseite des Universitätsklinikums Bonn) und eignet sich darum auch zur Maukebehandlung. Besonders empfehlenswert ist Manukahonig oder medizinischer Honig. In jedem Fall achten Sie bitte auf gute Qualität!

 

- Bei besonders hartnäckigen Krusten hat sich Salicylsalbe bewährt. Tragen Sie diese Salbe jedoch aussschließlich auf Krusten auf und benutzen Sie die Salbe nach dem Lösen oder bei nur noch kleinen Krusten nicht mehr!

 

- Kochsalzlösung zur Desinfektion ist zwar effektiv (Quelle z.B. Pflegewiki, Cavallo), jedoch brennt Salz auf offenen Wunden. Und da viele Pferde mit Mauke und Raspe sowieso schon sehr schmerzempfindlich sind, verwende ich lieber sanftere Mittel.

 

- Aus Schwefelblüte und Öl kann man einfach und günstig ebenfalls selber ein wirksames Mittel herstellen. Schwefel wirkt keratolytisch (hornlösend) und wurde früher auch gegen Krätzemilben eingesetzt. So kann man häufig mit Schwefelöl sehr gute und schnelle Erfolge bei Mauke / Raspe verzeichnen. Mein Eindruck bisher ist jedoch: Nach dem Einsatz von Schwefelprodukten ist die Haut zunächst anfälliger. Das ist noch keine gesicherte Erkenntnis, sondern zunächst nur mein Eindruck. Jedoch liegt es auch nahe, denn Schwefel zählt ja zu den keratolytischen (also hautschälenden) Mitteln. Setzen Sie also bitte Schwefel mit Bedacht und nicht zu häufig ein!

 

- Häufig liest man auch von Sauerkrautumschlägen bei Mauke (Quelle z.B. Wikipedia). Tatsächlich habe mit dem Einsatz von Sauerkraut keine Erfahrungen, kann mir aber durchaus einen positiven Effekt bei nässender Mauke (durch die im Sauerkraut enthaltenen Milchsäurebakterien) vorstellen. Möchte man in dieser Richtung (Milchsäurebakterien) eine Behandlung probieren, ist vermutlich der Einsatz von Kanne Brottrunk jedoch einfacher und hygienischer.           weiter auf Seite 4 (Zusammenfassung)