Manchmal ist alles so schwierig...

Noch liegt sie entspannt auf der Wiese...  Foto: Antje Girr
Noch liegt sie entspannt auf der Wiese... Foto: Antje Girr

Ob wir es wollen oder nicht: Die meisten von uns haben wohl eine Vorstellung davon im Kopf, wie ein Pferd zu sein hat, welches Verhalten für ein Pferd normal sein sollte, wie weit sich ein Pferd in menschlicher Obhut den Gegebenheiten widerspruchslos anzupassen hat, was es zu leisten hat. Und entspricht es nicht diesen Vorstellungen, so sind wir schnell dabei, dem Pferd „Unwilligkeit“ zu unterstellen oder uns darüber zu beschweren, dass unser Pferd sich doch wegen solcher Kleinigkeiten nun wirklich nicht immer gleich so anstellen müsse. Ganz schnell werden dann "Dominanztheorien" bemüht, es wird gerne von sturen oder auch von wenig kooperationsbereiten Pferden gesprochen. 

 

Mein Mann - als Nicht-Pferdemensch - empfindet es oft als sehr skurril, auf welche Art in der Pferdewelt teilweise geschrieben und gesprochen wird und er fragt mich dann: "Warum reiten all diese Leute, wenn sie Pferde doch als berechnende Monster ansehen, die nichts anderes im Sinn haben, als die Menschen zu hinterfragen und auszutricksen?" Kürzlich war es im Fernsehen ja wieder sehr gut zu sehen, wie "nicht funktionierende" Pferde dazu gebracht werden, ihr unerwünschtes Verhalten aufzugeben. Natürlich ganz ohne körperliche Gewalt! Die braucht man dazu noch nicht einmal! Man kann die (Selbst-)Aufgabe auch erzwingen durch andere Methoden, die dem Pferd die Ausweglosigkeit und sein Ausgeliefertsein vor Augen führen. Nicht selten führen solche Methoden schnell in die Erlernte Hilflosigkeit.

 

Unsere Maible zählt zu den Pferden, bei denen man all diese oben erwähnten Vorstellungen und Erwartungen besser komplett streichen sollte. Sie zeigt uns immer wieder, wie wenig selbstverständlich all die Dinge sind, die wir tagtäglich von unseren Pferden fordern. Man könnte also sagen: Sie ist nicht kooperationsbereit und hinterfragt mich ständig. Mehr als einmal wurde mir empfohlen: "Die muss mal lernen, wo die Harke hängt! Die muss man mal sooo klein machen, dass sie das nie wieder wagt!"

 

Ignorantes Pony, dem man mal ordentlich zeigen muss, wo es lang geht?
Ignorantes Pony, dem man mal ordentlich zeigen muss, wo es lang geht?

Ich sehe das anders. Denn ich kenne sie und ihre Probleme und Eigenheiten. Und sie zeigt uns immer wieder: Trotz aller Schwierigkeiten versucht sie nach all ihren Möglichkeiten, ihr Bestes zu geben. Dass ihr einiges so schwerfällt, liegt nicht an "Unwillen". Im Gegenteil! Dieses sensible Pony will es immer Recht machen. Trotzdem kommt es immer wieder zu Missverständnissen und Schwierigkeiten. Und so geht es vermutlich vielen Pferden: Sie bemühen sich so sehr, aber wir Menschen nehmen es nicht wahr oder verstehen es gar völlig falsch.

 

So schnell kann es passieren kann, dass wir unseren Pferden Unrecht tun, indem wir ihre individuelle Persönlichkeit zu wenig berücksichtigen! Und trotzdem lassen sich unsere Pferde immer wieder auf uns ein. Wir tun also gut daran, ihre Bemühungen zu würdigen und mit ihnen nach ihren Möglichkeiten und in ihrem Tempo zu arbeiten. Denn würden wir versuchen, Maible das unerwünschte Verhalten auszutreiben, indem wir ihr eine Ausweglosigkeit vorführen, dann würde sie wahrscheinlich irgendwann tatsächlich aufgeben. Aber wäre sie dann noch das offene, zärtliche, den Menschen zugewandte Pony, das sie jetzt ist?

 

Eigentlich geht es in diesem Artikel um mehrere unterschiedliche Themen, die jedes für sich einen eigenständiger Artikel wert wären. Sehr viele Faktoren spielen bei Maibles Geschichte eine Rolle. Um es nicht zu verwirrend werden zu lassen, habe ich nur ein paar dieser Faktoren herausgepickt. 

Eine paar Worte vorweg zu ihrer Gesundheit...

Maible als "Yeti-Fohlen" mit ihren Kindergartenfreundinnen
Maible als "Yeti-Fohlen" mit ihren Kindergartenfreundinnen

Obwohl Maible natürlich in den ersten Jahren bei uns erst einmal noch Pferdekind sein sollte, fiel schon früh auf, dass sie im Umgang nicht einfach war. Mir erschien sie oft wie ein hyperaktives Kind: Sie konnte sich z.B. bei einfachen Führübungen (die nötig waren, weil sie unter einer starker Patellafixation litt) auch nach nur sehr kurzen Konzentrationsspannen nicht mehr beherrschen, explodierte dann förmlich und konnte in Konzentration keinesfalls Berührungen ertragen. Selbst das Tragen des Halfters war für sie dann schon unerträglich. So kam es durchaus häufiger zu gefährlichen, unangenehmen Situationen.

 

Übungen nach Linda Tellington Jones halfen sehr, aber einfach war es noch lange nicht. Als Maible fast 3 Jahre alt war, beschäftigte ich mich näher mit dem Thema KPU und so ließ ich auch Maible testen. Schließlich hatte sie beim Züchter auf Heulage mit heftigem Kotwasser reagiert. Tatsächlich ergab der Test einen stark erhöhten Indikanwert. Und egal, wie man zum Thema KPU steht (ich selber sehen das ja inzwischen etwas kritisch, nachzulesen hier: KPU): Ein so hoher Indikanwert zeigt eine deutliche Störung der Darmflora an. Diese wurde auch später durch Kotproben bestätigt. Dieses Darmproblem zusammen mit der Patellafixation (und dem damit verbundenen Stress) spielten also bei ihren Verhaltensauffälligkeiten sicher eine große Rolle. 

 

Pferden können ganz unterschiedlich mit Stress umgehen!

Maible macht gute Fortschritte!
Maible macht gute Fortschritte!

Einfach war Maible also nie, aber durch entsprechende Fütterung ging es Maible nach und nach besser, sie wurde ausgeglichener. Wir arbeiteten in sehr kurzen Einheiten mit ihr, ihre Konzentrationsfähigkeit nahm langsam zu, sie machte Fortschritte in der Ausbildung, war sehr motiviert, oft sogar übereifrig. Bis wir im Jahr darauf beginnen wollten, sie konkreter auf ihr Reitpferdedasein vorzubereiten...

 

Eine Trainerin kam zu uns, um uns zu helfen, Maible hier vor Ort auszubilden. Alles schien ideal. Zunächst ging es noch ums Longieren, das kannte Maible ja eigentlich schon. Jedoch forderte die Ausbilderin nun etwas mehr, als Maible es gewohnt war: Es wurden ein wenig längere Konzentrationsphasen und punktgenaueres Arbeiten erwartet. Der „Wohlfühlrahmen“, in dem wir bisher mit ihr gearbeitet hatten, sollte also etwas zügiger weiter gesteckt werden. Mein Eindruck war, dass dabei sehr ruhig und mit einer fürs Pferd gut verständlichen Konsequenz gearbeitet wurde. Zu keinem Zeitpunkt wurde Maible grob behandelt oder gar gestraft.Und es ging lediglich jeweils um Arbeitseinheiten von nur 20 Minuten, wovon ca. 15 Minuten (mit Pausen) longiert wurde. Das sollte doch für ein fast 4-jähriges Pony machbar sein? Anfangs sah wirklich alles gut aus. Aber nach nur wenigen Einheiten verweigerte sich Maible komplett.

Maible mit Kuhlen über den Augen
Maible mit Kuhlen über den Augen

Sie riss sich los (das hatte sie bis dahin noch nie getan und hat es auch danach nie wieder getan), als meine Tochter sie zum Reitplatz führen wollte und signalisierte mit jeder Faser: „NEIN!“ Im Folgenden duldete sie den Sattel nicht mehr, hatte Kuhlen über den Augen, man hörte sie „aufstoßen“ und sie war wieder ziemlich aggressiv und unleidlich. Sie zeigte deutliche Magengeschwürsymptome. Was war passiert? Nach „normalem“ Ermessen gab es doch keinen Grund für eine so heftige Reaktion?

 

Zunächst einmal muss man sich anschauen, welche Möglichkeiten ein Pferd hat, auf Stress zu reagieren. Wie jedem Lebewesen stehen auch dem Pferd verschiedene Lösungsmöglichkeiten zur Verfügung. Diese Lösungsmöglichkeiten stehen gleichberechtigt nebeneinander. Welche dieser Strategien gewählt wird, sagt nichts über die Stärke des empfundenen Stresses aus. Man spricht dabei auch von den 4 F´s:

 

-Flirt: Das Pferd versucht zu kommunizieren, damit abzulenken oder zu beschwichtigen.

-Flight: Das Pferd flüchtet.

-Fight: Das Pferd kämpft, greift an.

-Freeze: Das Pferd „friert ein“, erstarrt, versucht so unauffällig wie möglich zu bleiben.

Maibles übliche Reaktion auf Stress   Foto: Andreas Kögel
Maibles übliche Reaktion auf Stress Foto: Andreas Kögel

Von den eher blütigen, schnelleren Pferdetypen kennen wir als recht häufig genutzte Strategie die Flucht. Oder zumindest das nervöse Herumtänzeln, das die Bereitschaft zur Flucht anzeigt. Ein eher schwereres, weniger wendiges Pferde würde in einer ähnlichen Situation möglicherweise zunächst eher „einfrieren“, nur noch nur sehr gedämpftes, möglichst unauffälliges Verhalten zeigen. Und von Maible kannte ich bisher als typische Reaktion auf Stress heftiges Kopfschlenkern, das dann in recht aggressive Ausbrüche münden konnte.

 

Nun war es so, dass Maible in den Trainingseinheiten mit der neuen Trainerin erstaunlich unmotiviert wirkte. Unser sonst so eifriges Pony schien sogar fast schon faul. Wo sie normalerweise übereifrig ständig von sich aus etwas anbot, wirkte sie jetzt eher lustlos und gelangweilt, bleib häufig einfach stehen, drehte sich von der Trainerin weg in Richtung Zaun und stand mit entlastetem Hinterbein da. Das typische Bild eines „faulen, ignoranten Tinkers“? Oberflächlich gesehen schien es so! Im Nachhinein wurde jedoch deutlich: Maibles „Lustlosigkeit“ während der ersten Trainingseinheiten lag nicht am warmen Sommerwetter, sondern sie zeigte aus der Verunsicherung heraus ein solch stark gedämpftes Verhalten, dass sie faul, desinteressiert und phlegmatisch wirkte.

Das Entlasten des Hinterbeins in eigentlich unpassender Situation kann bei Maible Stress anzeigen.  Foto: Juliane Meyer
Das Entlasten des Hinterbeins in eigentlich unpassender Situation kann bei Maible Stress anzeigen. Foto: Juliane Meyer

Viele Tinker gehören zu den Pferden, die zum „passiven Stress“ neigen. Diese Pferde werden bei Frustration und Stress immer ruhiger, wirken dann eher stur, faul und gelangweilt als aufgeregt. Eigentlich kenne ich die Anzeichen! Maible jedoch hatte ich gedanklich in eine andere Schublade gepackt. Und obwohl ich eigentlich weiß, dass jedes Pferd je nach Situation auch unterschiedlich auf Stress reagieren kann, übersah ich ihre Überforderung (oder vielleicht wollte ich es auch nicht wahrnehmen), weil ich das so nicht von ihr kannte und es nicht in mein Bild passte.

 

Und so führten 4 kurze Trainingseinheiten, die scheinbar völlig unspektakulär abliefen, zu massiven gesundheitlichen Problemen, weil wir Maible „Lustlosigkeit“ unterstellt hatten, in einer Situation, in der sie in Wahrheit extrem verunsichert und gestresst war.

 

Eine Anmerkung zwischendurch zu den Fotos rechts und unten (weil ich so oft darauf angesprochen werde): Ja, Maible war definitiv viel zu dick (um nicht zu sagen fett) in dieser Zeit. Bedenken Sie dabei bitte: Man kann ein Pferd mit Magengeschwür schlecht auf Diät setzen und man konnte sie zu dieser Zeit wegen ihrer extremen Stressanfälligkeit nicht wirklich arbeiten! Inzwischen hat sie deutlich abgenommen und auch auf anderen Fotos sieht man: DIESES ist nicht ihr "Normalzustand" (auch, wenn sie immer noch gerne einiges abnehmen dürfte...).

 

Warum ist Maible so viel schneller gestresst als unsere anderen Pferde?

Es brauchte einige Wochen, bis Maible sich wieder an das Tragen eines weichen Gurts gewöhnt hatte. Foto: Antje Girr
Es brauchte einige Wochen, bis Maible sich wieder an das Tragen eines weichen Gurts gewöhnt hatte. Foto: Antje Girr

Nun muss man sich natürlich wiederum fragen: Aber warum war sie derart schnell gestresst? Anderen Pferden macht das doch nicht gleich solche Probleme?

 

Da ist erst einmal ihre Krankengeschichte, durch die sie schneller auf Stress mit gesundheitlichen Problemen reagiert. Diese gesundheitlichen Probleme verursachen dann ihrerseits wieder Schmerzen – also auch Stress. So gerät man bei ihr sehr schnell in einen gefährlichen Kreislauf aus Stress und gesundheitlichen Problemen - beides schaukelt sich gegenseitig immer weiter hoch, wenn man nicht rechtzeitig einen Weg aus der Spirale findet. Es ist dann der völlig falsche Weg zu denken, diese Pferde würden sich "schon daran gewöhnen". Die Schmerzen durch die gesundheitlichen Probleme werden stärker, dadurch entsteht noch mehr Stress, dieser wiederum verschlechtert den gesundheitlichen Zustand weiter. 

 

Außerdem hat jedes Pferd seine eigene Wahrnehmung, sein eigenes Bild von sich, seiner Umwelt und von seinen Aufgaben. Auch im Lernverhalten und -tempo gibt es natürlich große Unterschiede. Maible z.B. verknüpft sehr viel und sehr schnell räumlich. Sie hat dann nach kurzer Zeit jeweils eine genaue Vorstellung davon, was "richtig" ist und es bringt sie aus dem Konzept, wenn es dann anders ist. Und leider ist mir gar nicht immer so schnell bewusst, WAS sie da nun wieder als "so muss es nun immer sein, damit es richtig ist"  verknüpft hat. Aber die eine wirkliche Erklärung dafür, weshalb Maible so ist wie sie ist und manchmal derart heftig reagiert, haben wir bis heute nicht gefunden. Immer wieder sieht man zwar Teilstücke, die das erklären können - aber letztendlich ist sie einfach so, wie sie nun einmal ist: Eine ganz besondere Persönlichkeit! Und wir können nur immer weiter lernen so damit umzugehen. Eines wissen wir aber inzwischen sicher: Der Stress wird von ihr in solchen Momenten wirklich so sehr heftig empfunden. Das zeigten Pulsmessungen.

Maibles Rolle in der Herde

Maible in Aktion: Sie läuft voraus um zu schauen, wer die fremden Pferde auf der anderen Seites des Zaunes sind...  Foto: Andreas Kögel
Maible in Aktion: Sie läuft voraus um zu schauen, wer die fremden Pferde auf der anderen Seites des Zaunes sind... Foto: Andreas Kögel

Mir half das Buch „Die Intelligenz der Pferde“ von Marlitt Wendt sehr dabei, Maibles „Schwierigkeiten“ in einem anderen Licht zu sehen. In diesem Buch wird wunderbar erklärt, was die besondere Denk- und Sichtweise unserer Pferde ausmacht, wie sie sich teilweise sehr von unserem menschlichen Denken unterscheidet, aber auch, wo es Gemeinsamkeiten gibt.

 

So einige "Besonderheiten" in Maibles Verhalten erklärten sich beim Lesen des Buches. So war schon häufiger aufgefallen, dass Maible diejenige in unserer kleinen Pferdeherde ist, die auffällig oft nach außen „absichert“. Sie ist  also diejenige, die häufig am Zaun steht und aufpasst. Auch ist sie immer die Erste, die ungewohnte Dinge genauer anschaut. Aber so wirklich Gedanken hatte ich mir darüber bis zum Lesen des Buches noch nicht gemacht, hatte mich nur einfach über ihre Neugier und ihren Mut gefreut. Wieviel Stress ihr das aber oft auch macht und wie schwer es ihr fallen muss, dieses Verhalten in Gegenwart von Menschen nicht so ausleben zu dürfen - darüber hatte ich lange nicht nachgedacht. 

  

...um sie wenig nett zu begrüßen!            Foto: Andreas Kögel
...um sie wenig nett zu begrüßen! Foto: Andreas Kögel

Diese in der Pferdeherde sehr nützlichen Talente sind also im täglichen Umgang mit solchen Pferde nicht immer einfach und auch die Pferde müssen erst lernen, dass im Zusammensein mit dem Menschen doch andere Dinge gefragt sind. 

 

Ganz nebenbei möchte ich erwähnen: Maible ist, obwohl sie oft so vorprescht, alles andere als ein ranghohes Pferd! Sie übernimmt zwar in der Herde häufig die Rolle des Spähers - ordnet sich aber den beiden anderen Stuten immer unter, zeigt sogar auch jetzt 6-jährig immer noch Fohlenkauen. Oft werden diese so scheinbar forschen Pferde ja als besonders ranghoch und stark angesehen. Tatsächlich aber ist Maible eigentlich ein sehr unsicheres Pferd, das ständig Halt, Bestätigung und Anerkennung sucht und braucht. 

 

Und was möchte ich eigentlich mit diesem langen Artikel sagen?

Hier sind wohl keine Worte nötig...
Hier sind wohl keine Worte nötig...

Nun habe ich so einige unterschiedliche Themen angerissen. Und natürlich gibt es da noch viel mehr Faktoren, die Maibles Persönlichkeit geprägt haben. All diese Dinge lassen sich jedoch nicht einfach auf andere Pferde übertragen, denn jedes Pferd ist eine eigenständige Persönlichkeit. Warum also habe ich diesen Text geschrieben? Ganz einfach: An Maible sehe ich immer wieder, wie tief auch in mir Sätze verankert sind wie „Da muss das Pferd jetzt mal durch“ oder „Das Pferd darf doch nicht selber entscheiden, wann es Pause haben möchte. Das wird es ausnutzen!“ oder „Die muss lernen auch weiterzumachen, wenn sie keine Lust mehr hat“. Merkwürdig, dass diese Gedanken eine so große Macht über uns haben. Warum können wir statt dessen unseren Pferden nicht zugestehen, dass sie sicher nach ihren Möglichkeiten ihr Bestes geben und sich wirklich bemühen, uns alles Recht zu machen? Warum unterstellen wir ihnen immer wieder "Unwilligkeit", wo sie doch so viel für uns tun, aber manches vielleicht gerade einfach nicht KÖNNEN? Warum nehmen wir so wenig wahr, wie stark sie sich wirklich auf uns einlassen und welch großartige Leistungen sie dabei vollbringen? 

 

Immer wieder sollten wir uns also die Zeit nehmen, unser Pferd besser kennenzulernen, dabei auch sein Verhalten in der Herde beobachten. Wir sollten versuchen, die Welt etwas mehr auch mit seinen Augen zu sehen und so mit Dankbarkeit und Freude erkennen, wie sehr sich unsere Pferde doch immer wieder bemühen und sich auf uns einzulassen. Denken wir darüber einmal intensiver nach, dann können wir eigentlich nur noch staunen!

 

Mit dem Grundgedanken im Hinterkopf: "Mein Pferd gibt sein Bestes!" lässt es sich um so vieles besser und schöner mit Pferden arbeiten als mit all den negativen Gedanken!